Auslandsmärkte

Taiwans Maschinenbau setzt auf smarte Technik

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Der Quaser-Präsident stellt auch fest, dass wegen der Technik zunehmend europäische Firmen ins Visier asiatischer Unternehmen geraten, die die europäischen Unternehmen aufkaufen. Quaser baut Maschinen für große Marken wie Masuda, MAP oder Windbrough. „Die Arbeitskosten steigen durchschnittlich um 3 % im Jahr. Taiwan kann Fabriken aufbauen, aber es besteht eine Flächenknappheit. Doch Taiwans Arbeitskosten sind nur noch 15 % höher als in China, dafür ist das Land viel teurer. 60 % der von Quaser produzierten Maschinen werden nach Europa exportiert. Aber Asien wird auch zunehmend wichtiger. Die Digitalisierung bei dem Unternehmen ist so weit vorangeschritten, dass das Unternehmen bereits zu 70 % papierlos geworden ist“, sagt Liao.

Die taiwanesischen Maschinenlieferanten verfolgen mit großem Interesse den Handelsstreit zwischen den USA und China, denn Taiwan orientiert sich ohnehin auf den Weltmärkten neu. Die Abhängigkeit vom riesigen Markt China ist nicht ohne Risiken für Taiwan, denn sie kann langfristig politische Konsequenzen für die Insel haben.

Taiwans Politik entwickelt Alternativen zu China

Die Regierung habe eine „Southbound Policy“ – also nach Süden orientierte Politik – entwickelt, wobei die Suche nach neuen Märkten in Südostasien und Südasien (hauptsächlich Indien) intensiviert werden soll, berichtet Walter Yeh, der Chief Executive Officer der taiwanesischen Außenhandelsförderungsgesellschaft Taiwan External Trade Development Council (Taitra).

Nach Angaben von Taitra gibt es circa 80.000 taiwanische Unternehmen in China, zum größten Teil kleine und mittelständische Firmen. Viele von ihnen produzieren Maschinen, Elektronik oder Automatisierungsausstattung. Die Produkte werden an eine Vielzahl von Industrien, besonders an die Automobil- und Luftfahrtindustrie, geliefert.

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„Taiwan ist weltweit der viertgrößte Lieferant von Maschinen, Teilen und Komponenten, die mittels hoch entwickelter Technik und Künstlicher Intelligenz hergestellt werden. Die zwei wichtigsten Industrien unseres Landes sind die Informationstechnik und der Maschinenbau. Taiwan exportiert jährlich diese Produkte im Wert von 4 Mrd. Dollar. Wir haben ein Netz von mehr als 1000 Präzisionsmaschinenherstellern“, meint Yeh in einem MM-Gespräch in Taipeh.

Angesichts der Handelsspannungen zwischen den USA und China und des globalen Charakters der Lieferketten seien viele Importeure in den wichtigen Märkten auf der Suche nach alternativen Lieferquellen. Die „Southbound Policy“ gewinnt an Bedeutung: Taiwanische Unternehmen bauen mit Unterstützung der Regierung ihre Präsenz in den Mitgliedstaaten der Gemeinschaft der südostasiatischen Staaten Asean (vornehmlich in Vietnam, Indonesien, Malaysia und Thailand), aber auch in Indien aus.

Taiwan will globales Smart-Manufacturing-Zentrum werden

„Mit der Umstrukturierung der globalen Lieferketten haben Südasien und die Asean-Gemeinschaft ein starkes Wachstum in den vergangenen Jahren erlebt. Die Asean-Gemeinschaft ist das zweitgrößte Export- und Investitionsziel für Taiwan. Wir haben bereits eine enge Kooperation in den Bereichen Technologie, Handel oder Business“, berichtet der Taitra-Präsident.

Im Hinblick auf den wachsenden globalen Protektionismus sagt Yeh, man erwarte kurzfristig eine Verlegung von Produktionsanlagen an neue Standorte. Aber diese kleinen und mittleren Unternehmen aus Taiwan können auch von Aufträgen aus den neuen Märkten für Elektronik und Maschinen profitieren.

Die Bemühungen der Organisation zielen darauf ab, Taiwan als ein globales Smart-Manufacturing-Zentrum aufzubauen. Mit der Förderung des Zentrums will sich die Regierung auch auf die Anwerbung und Ausbildung von qualifiziertem Personal konzentrieren. Außerdem will man auch die digitale Infrastruktur durch eine bereits existierende KI-Regierungsinitiative stark fördern.

* Manik Mehta ist freier Journalist in New York (USA)

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