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Medizintechnik

Topografie von Implantaten schnell und genau erfassen

03.03.2010 | Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Bernhard Kuttkat

In der Medizintechnik-Produktion vermindert die 3D-Oberflächenmessung das Risiko von teurem Ausschuss und bietet entsprechendes Sparpotenzial. Bild: Alicona
In der Medizintechnik-Produktion vermindert die 3D-Oberflächenmessung das Risiko von teurem Ausschuss und bietet entsprechendes Sparpotenzial. Bild: Alicona

Wie gut und nachhaltig ein Implantat mit dem Kieferknochen verwächst, hängt entscheidend von der Oberflächenrauheit ab. Ein optisches 3D-Messsystem erfasst auch die Gewindesteigung des Implantats. Gleichzeitig werden die Formgenauigkeit und die Einhaltung von Toleranzen verifiziert.

Es ist eine einfache Rechnung: Wenn der Einzelstückpreis eines Zahnimplantats zwischen 300 und 600 Euro beträgt, dann hat der Implantathersteller bei nur einer einzigen zurückgerufenen Charge von 250 bis 600 Stück mindestens 75000 Euro Ausschusskosten zu zahlen. Dem können Hersteller durch aussagekräftige Qualitätssicherung vorbeugen. 3D-Oberflächenmessung erfasst Implantats-Topografie

Mittels 3D-Oberflächenmessung stellen sie sicher, dass die Topografie die entsprechende Proteinbindungskapazität aufweist. Damit wird gewährleistet, dass das Implantat einfach, schnell und nachhaltig mit dem Kieferknochen zusammenwächst.

Mit der flächenhaften Rauheitsmessung auch über große Messfelder spielt die Alicona Imaging GmbH im österreichischen Grambach mit dem hochauflösenden 3D-Messgerät Infinite Focus mittlerweile eine Vorreiterrolle in der 3D-Oberflächencharakterisierung von Implantaten. In der Produktion vermindert die 3D-Oberflächenmessung das Risiko von teurem Ausschuss und bietet entsprechendes Sparpotenzial. Gleichzeitig wird das Reklamationswesen einfacher, weil Qualität leicht und schnell mittels rückführbarer Messung nachgewiesen wird.

Rauheit an Gewindegrund und Flanken messen

„Am Implantat muss alles gemessen werden, was mit dem Knochen in Kontakt ist. Wichtig ist, dass ich die Rauheit auch am Gewindegrund messen kann“, erklärt Dr. Frank Rupp, Leiter der Arbeitsgruppe „Grenzflächenanalytik medizinischer Werkstoffe“ in der Sektion medizinische Werkstoffkunde & Technologie an der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Tübingen. Rupp ist Experte auf dem Gebiet der Oberflächenmodifizierung von Implantaten. Er beschäftigt sich unter anderem damit, wie die Oberfläche beschaffen sein muss, um die Knochenintegration bestmöglich zu gewährleisten.

Für ihn ist Infinite Focus im Moment jenes Messsystem, das die Anforderungen in puncto flächenhafte Rauheitsmessung am besten erfüllt. „Wir kennen kein vergleichbares optisches Messsystem, das derart fundierte Aussagen über die Rauheit auch über große Messbereiche liefert“, so Rupp.

Flächenbasierte Messungen ermöglichen die Optimierung neuer Werkstoffe

Das System misst bereits nach der ISO-Norm 25178 und bietet demnach nicht nur lineare, sondern flächenbasierte Messungen. Der Anwender gewinnt damit nicht nur mehr Informationen über seine Oberfläche, sondern profitiert auch von einer größeren Wiederholgenauigkeit und Rückführbarkeit.

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