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Das Ergebnis zeigt sich bei den Sandwichplatten in der Qualität der Rasterkerne. Im Rahmen eines Workshops des Maschinenherstellers Geiss, auf dem er die Maschine mit Kniehebeltechnik erstmals einem größeren Kundenkreis demonstriert hat (Bild 7), wurden dazu 0,5 mm dicke Folien aus rezykliertem ABS-Kunststoff direkt von zwei Rollen verarbeitet (Bild 8).
Roll-Feed-Maschine hat sich bereits bewährt
Kettenförderer mit Nadelgreifern zogen die beiden Folienbahnen durch die Maschine (Bild 9), die sich auch für die Verarbeitung von Platten auslegen lässt. Als Roll-Feed-Maschine wurde sie ferner schon für die Herstellung luftgepolsterter Schuhsohlen aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) erfolgreich getestet.
Ausgangsmaterialien waren Folien mit 1,3 und 1,8 mm Dicke. Nach dem Vakuumformen und Verschweißen durften beide Folien am Versenpolster vom Rand bis zur Mitte eine Dickenabweichung von höchstens 3 µm haben.
Beim Thermoformer Hombach ist die Maschine seit Kurzem in Betrieb. Dort stellt sie nicht nur die Rasterkerne für die Sandwichplatten her, sondern auch Luftführungskanäle aus wenige Millimeter dicken Schaumfolien für Automobile. Das Ergebnis ist eine Gewichtseinsparung im Vergleich zu baugleichen Führungselementen aus Kompaktkunststoff.
Werkzeug schließt in 0,8 s bei bis zu 600 kN Schließkraft
Angestrebt wird jedoch auch eine Verbesserung der Produktivität – aufgrund der Anwendung von Mehrkavitätenwerkzeugen. Bei den Sandwichplatten beträgt die Taktzeit für die Herstellung der Rasterkernstruktur etwa 25 bis 30 s, einschließlich der nachgeschalteten Bearbeitung in der Stanz- und Schneidstation. Auf den Schließvorgang des Werkzeugs entfallen dabei nur 0,8 s – bei bis zu 600 kN Schließkraft. Das ermöglicht laut Hombach die Verarbeitung nahezu aller tiefziehfähigen Folienwerkstoffe.
So können in der Maschine auch Kunststoffe wie Polycarbonat und PEEK als Folien verarbeitet werden, bei denen das Twin-Sheet-Verfahren bisher an Grenzen gestoßen ist. Diese Erweiterung auf nahezu alle tiefziehfähigen Folienwerkstoffe ermöglicht Anwendungen, an die man vor der Maschinenentwicklung überhaupt nicht gedacht hat, zum Beispiel die Herstellung flacher Wärmeaustauscher mit kleinen, kapillaren Längs- und Querkanälen zum Kühlen elektronischer Geräte. Bei einer maximalen Zuschnittsgröße von 1650 mm × 1150 mm bliebe eine hohe Flexibilität in den Abmessungen erhalten.
Rasterkernherstellung mit Twin-Sheet-Verfahren attraktiv
Das macht nach Angaben der Agentur Genima auch die Rasterkernherstellung im Twin-Sheet-Verfahren attraktiv. Trotz den Hohlkernen seien die Klebeflächen zwischen Kernmaterial und Deckschichten ausreichend groß, um eine bessere Schubkrafteinleitung als bei anderen Leichtbau-Sandwichplatten zu erhalten.
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