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VDI VDI schafft Kompetenzsstelle für „Schrauber-Know-how“

| Redakteur: Peter Königsreuther

Bei der Montage wird oft nicht nur ein Schraubwerkzeug, sondern aufgabenspezifisch konzipierte Schraubsysteme verwendet. Damit dabei nichts schief geht, will sich der VDI um die Vermittlung des richtigen Know-hows in der Schraubtechnik kümmern.

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Der VDI macht sich stark für einheitliche Qualifikation in der Schraubtechnik, heißt es. Der Verein habe die Notwendigkeit erkannt, das Wissen zum Thema Schraubtechnik zu bündeln, Schulungsinhalte zu verifizieren und die entsprechenden Fachleute miteinander zu vernetzen.
Der VDI macht sich stark für einheitliche Qualifikation in der Schraubtechnik, heißt es. Der Verein habe die Notwendigkeit erkannt, das Wissen zum Thema Schraubtechnik zu bündeln, Schulungsinhalte zu verifizieren und die entsprechenden Fachleute miteinander zu vernetzen.
(Bild: Kneuselmeier)

Die Schraubwerkzeuge, die Drehmoment- und Drehwinkelmessgeräte und die Zuführtechnik bis hin zur vollständigen Ausstattung des Handarbeitsplatzes oder der automatischen Montageanlage müssen laut VDI für die prozesssichere Montage strikt aufeinander abgestimmt sein. Ein wichtiger Faktor, der dabei nicht vernachlässigt werden dürfe, sei der Mensch. Der VDI, allen voran der Fachausschuss Mess- und Prüfverfahren für die Schraubtechnik der Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik, setzt sich deshalb jetzt verstärkt für die systematische und bedarfsgerechte Qualifikation von Personal im schraubtechnischen Bereich ein, wie es heißt.

Der Ruf nach qualifiziertem Personal bleibt laut

Der VDI hat viele Richtlinien erarbeitet, die sowohl die Beschaffenheit von Schraubwerkzeugen, Mess- und Prüfgeräten sowie deren sachgerechte Anwendung beschreiben und Verfahren beziehungsweise Methoden definieren, so der Fachausschuss. Eine immer wiederkehrende Forderung in den VDI-Richtlinien – wie auch in der DIN EN ISO 9001 – sei die nach qualifiziertem Personal. Für die erforderliche Qualifikation von Menschen im Umfeld der Schraubtechnik hat der VDI 2017 bereits die Richtlinie VDI/VDE 2637 Blatt 1veröffentlicht, die Mindestanforderungen an Personen auflistet, so die Information. Damit existiere nun ein allgemeiner Leitfaden für die Ausbildung von qualifiziertem Personal. In einem zweiten Schritt erarbeite der VDI nun die Richtlinie VDI/VDE 2637 Blatt 2, die es ermöglichen soll, Schulungsanbieter respektive -dienstleister, die nach VDI/VDE 2637 Blatt 1 Schulungen anbieten wollen, qualitativ zu beurteilen.

Das existierende „Schrauber-Wissen“ soll allen zugute kommen

Es gibt weder das Berufsbild Schraubtechnik noch ein entsprechendes technisch- wissenschaftliches Studium, mahnt der VDI. Personen, die im Bereich der Schraubtechnik tätig seien, sollen zum Großteil Ausbildungen in anderen Berufen gemacht und sich dabei „nur“ durch jahrelange Erfahrungen qualifiziert haben. Diese Erfahrungen seien geprägt durch spezifische Erfahrungen aus dem jeweiligen Berufsumfeld. Aber auf ein abgesichertes, allgemein zugängliches Wissen, welches zentral alle 52 Qualifikationsbausteine der Richtlinie VDI/VDE 2637 Blatt 1 abdeckt, können nicht zugegriffen werden.

Aus diesem Grund ist es die Vision des Fachausschusses im VDI eine Kompetenzstelle für Schraubtechnik ins Leben zu rufen. Diese soll das Wissen zum Thema Schraubtechnik bündeln, Schulungsinhalte verifizieren, die Fachleute der Schraubtechnik zusammenbringen, die kontinuierliche Weiterentwicklung begleiten und Ansprechstelle für den Stand der Technik sein. Zur Sicherstellung eines hohen Qualifikationsniveaus sollen Trainer für Schraubtechnik vorzugsweise von dieser Stelle zertifiziert werden. Durch den Austausch von Wissen aus den verschiedenen Anwendungsbereichen können Aufgabenstellungen effizienter gelöst und Probleme vermieden werden. Durch die übergreifende Festlegung von Standards und Regeln soll so eine größere Rechtssicherheit hergestellt werden.

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