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NC-Programme je nach Auslastung flexibel umsetzen
Der Maschinenpark für die spanabhebende Bearbeitung besteht aktuell aus 25 Fräsmaschinen mit drei bis fünf Achsen und 17 Dreh-Bohr-Fräszentren. Eingesetzt werden Maschinen von Chiron, DMG, Heller, Hermle, Kern, Mazak, WFL und anderen Herstellern. Nicht alle sind allerdings an Topsolid CAM angebunden. Um die NC-Programme je nach Auslastung flexibel umsetzen zu können, hat man baugleiche beziehungsweise ähnliche Maschinen in Gruppen zusammengefasst, die durch jeweils einen Postprozessor mit dem NC-Code versorgt werden. Das funktioniert nur bei einer einheitlichen Maschinensteuerung, weshalb Rohde & Schwarz nach Möglichkeit Sinumerik-Steuerungen einsetzt.
Plattenförmige Gehäuseteile aus einer Aluminiumlegierung werden meist mit der Chiron Mill 3000 gefräst, einer Langbett-Fräsmaschine mit zwei getrennten Arbeitsbereichen. Sie erlaubt die Pendelbearbeitung von Vorder- und Rückseite in zwei Aufspannungen. Jeder Arbeitsbereich ist mit sechs Spannstöcken für die Bearbeitung von maximal sechs Einzelteilen in gleicher Aufspannung ausgelegt. Je nach Größe der Bauteile und der zu fertigenden Losgröße werden manchmal aber auch nur zwei oder drei Teile gleichzeitig gefertigt. Der Programmierer simuliert mit Topsolid die Mehrfachbearbeitung, um mögliche Kollisionen auszuschließen, gibt aber nur den Programmcode für die Bearbeitung eines Teils aus. Wie viele Teile pro Arbeitsfeld bearbeitet werden sollen, definiert der Maschinenbediener über entsprechende Parameter an der Steuerung, die dann die Werkzeugfolge optimiert.
Optimierter Postprozessor
Der Postprozessor ist so ausgelegt, dass die NC-Programme für die Chiron Mill 3000 ohne Nachbearbeitung auch auf anderen 3-Achs-Fräsmaschinen abgearbeitet werden können. „Wir haben die Standardisierung bei der 3-Achs-Bearbeitung soweit getrieben, dass wir herstellerübergreifend bestimmte Bearbeitungszyklen vereinheitlicht haben“, erläutert Hauner. Adequate Solutions hat die Software an die spezifischen Anforderungen von Rohde & Schwarz hinsichtlich Programmierkonzept und Programmstruktur angepasst, so dass unterschiedliche Aufspannsituationen flexibel unterstützt werden. Die NC-Programme enthalten verschiedene Unterprogramme, die von bestimmten Modulen der Steuerung aufgerufen werden, um die Systematik der Mehrfachbearbeitung und die Werkzeugfolgenoptimierung abzubilden. Das Lahrer Systemhaus habe sich bei Anpassung der Postprozessoren als sehr kompetenter Partner erwiesen, lobt Hauner.
Durch den Einsatz von Topsolid CAM in Verbindung mit den optimierten Postprozessoren und der Betriebsmittelverwaltung haben sich sowohl die Programmier-, als auch die Einfahrzeiten bei Rohde & Schwarz spürbar verkürzt, sagt Hauner: „Ursprüngliche Zielsetzung des Projekts war es, den Programmieraufwand um 30 Prozent und die Rüst- und Einfahrzeiten um 20 % zu senken. Diese Vorgabe haben wir insbesondere bei den Einfahrzeiten deutlich übertroffen, weil sich die Maschinenbediener darauf verlassen können, dass die NC-Programme zuverlässig funktionieren.“
* Michael Wendenburg ist freier Fachjournalist. Weitere Informationen: Adequate Solutions GmbH in 77933 Lahr
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