Recycling-Chance Viel Potenzial steckt in Kunststoffverpackungen aus Rezyklaten

Redakteur: Peter Königsreuther

Das die Chance besteht, den Einsatz von recyceltem Kunststoff für Verpackungen quasi zu verdoppeln, zeigt eine Studie der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V..

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Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. hat das Potenzial für den Einsatz von Recyclingmaterial in Kunststoffverpackungen ermitteln lassen. Die Ergenisse finden Sie im nebenstehenden Beitrag.
Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. hat das Potenzial für den Einsatz von Recyclingmaterial in Kunststoffverpackungen ermitteln lassen. Die Ergenisse finden Sie im nebenstehenden Beitrag.
(Bild: IK)

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. hat das Potenzial für den Einsatz von Recyclingmaterial in Kunststoffverpackungen von der GMV ermitteln lassen. Demnach könnte der Anteil recycelter Kunststoff in Verpackungen von derzeit 475.000 auf circa 960.000 Tonnen pro Jahr gesteigert werden (das wären 22 Prozent der Produktionsmenge). Der Einsatz von einer Million Tonnen Kunststoffrezyklat bis 2025 sei bereits ein erklärtes Ziel der Industrie.

Die Verpackungsindustrie will Rezyklate

„Die Hersteller von Kunststoffverpackungen in Deutschland setzen in allen Bereichen auf Innovationen und Investitionen, um mehr Rezyklat in ihren Produkten einzusetzen“, erklärt IK-Geschäftsführerin Dr. Isabell Schmidt zur Kreislaufstrategie der Industrie. Die Aufholjagd sei voll im Gange: Zwischen 2017 und 2019 ist die Nachfrage nach Rezyklaten um über 18 Prozent gestiegen, während der Verbrauch an Kunststoffneuware zurückging. „Diese Entkopplung zeigt das enorme Interesse der Verpackungsbranche am Einsatz von Rezyklaten“, macht Schmidt klar.

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Recyclingindustrie durch Gesetze ausgebremst

Doch auf Rezyklate um jeden Preis zu setzen, sei weder sinnvoll noch möglich. Denn viele Verpackungen stellen höchste Ansprüche an die Qualität der Rohstoffe. Man denke an Lebensmittelverpackungen, die 44 Prozent des Markts ausmachen. Im Augenblick sind die Mengen von geeigneten Rezyklaten am Markt jedoch limitiert, heißt es weiter. Der Grund dafür ist, dass das Kunststoffrecycling in der Vergangenheit vor allem damit zu tun hatte, gesetzlichen Recyclingquoten zu genügen. Der Rohstoffbedarf der Verpackungsindustrie blieb dabei eher links liegen, sagt Schmidt. Deshalb gab es in den letzten Jahrzehnten kaum Investitionen in die Produktion hochreiner Qualitäten mit einer Zulassung für den Lebensmittelsektor. Jetzt kommt ein Großteil der Rezyklate in anderen Branchen zum Einsatz – etwa in Bauprodukten. Immerhin, merkt Schmidt an, werden auch dabei die Rezyklate den Verbrauch von Kunststoffneuware ersetzen und sparen CO2-Emissionen ein.

Aber die Rahmenbedingungen ändern sich

„Spätestens bis 2045, dem Jahr in dem Deutschland klimaneutral sein will, müssen Kunststoffe komplett aus Rezyklaten und anderen erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden“, betont Schmidt mit Blick auf die Zukunftsvision der Branche. Der Wandel weg vom fossilen Rohstoff sei radikal. Er erfordert von der Industrie Investitionen in mehrstelliger Milliardenhöhe, zum Beispiel in das Design-for-Recycling und für den Ausbau hochwertiger Sortiert- und Recyclingverfahren.

Auch die getrennte Sammlung von Müll macht noch Probleme. Denn derzeit landet ein großer Teil der Kunststoffabfälle noch im Restmüll oder in restmüllähnlichen Gewerbeabfällen, wo er stark vermischt und verschmutzt wird. Den Kunststoff von dort auszusortieren, kann sich keiner leisten. „Recycling funktioniert dort aber am besten, wo Kunststoffabfälle getrennt gesammelt werden – das sehen wir am besten bei der Pfandsammlung von PET-Getränkeflaschen“, macht Schmidt klar. Dabei könnten Rezyklate produziert werden, die sogar den strengen gesetzlichen Anforderungen im Lebensmittelkontakt gerecht würden. „Um den zukünftigen Rohstoffbedarf der Kunststoff verarbeitenden Industrie zu decken, muss die Politik dafür sorgen, dass die getrennte Sammlung in ganz Europa deutlich verbessert und die Deponierung von Kunststoffabfällen gänzlich verboten wird“, so die klare Forderung der Expertin.

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