Die Entwicklung der Mess- und Prüftechnik

Von der Messlatte zur Inline-Qualitätskontrolle

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Von jeher war es für die Menschen auch wichtig, die Zeit zu messen. In den frühen Hochkulturen dienten hierfür Sonnen- und Wasseruhren. Uhren mit Räderwerk kamen in Europa im 13. Jahrhundert auf, Taschenuhren mit Federantrieb wurden ab 1510, Pendeluhren ab 1657 benutzt. Heute wird mit Quarz- und Atomuhren bei der Zeitmessung höchste Genauigkeit erzielt.

Technische Entwicklungen machten Messergebnisse genauer

Die Entwicklung physikalischer Messgeräte begann im 17. Jahrhundert, als das Messen und Wägen zur Grundlage naturwissenschaftlichen Arbeitens wurde: Zum Beispiel wurde das Galilei-Fernrohr, auch holländisches Fernrohr genannt, vom holländischen Brillenmacher Hans Lipperhey um 1608 erfunden und in der Folgezeit von Galileo Galilei weiterentwickelt. Im Jahr 1620 wurde das Mikroskop erfunden und in den Folgejahren von verschiedenen Wissenschaftlern weiterentwickelt, ab 1643 das Barometer und ab 1720 das Thermometer.

Dann folgten wichtige Meilensteine für die Entwicklung elektrischer Messtechniken: Im Jahr 1831 entdeckt Michael Faraday das Auftreten der induzierten elektrischen Spannung, wenn sich das magnetische Feld ändert. 1833 erfanden und installierten die Göttinger Physiker Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber den ersten elektromagnetischen Telegrafen der Welt.

Im Jahr 1847 setzt Charles Wheatstone die Brückenschaltung erstmals zur Bestimmung des ohmschen Widerstandes ein. Mit dem Drehspulmesswerk, einer fortschrittlichen Bauform eines Galvanometers, welches im Jahr 1888 von Edward Weston entwickelt wurde, konnte dann die Stromstärke als ein dem Messstrom proportionaler Zeigerausschlag angezeigt werden.

Die besondere Bedeutung der elektrischen Messtechnik

Die großen Entdecker wie Ohm, Faraday, Wheatstone oder Ferraris legten die Grundlagen für die klassische elektrische Messtechnik etwa bis zum Jahr 1880. Die Zeit bis zirka 1970 war hauptsächlich durch konstruktive Verbesserungen, neue Materialien und höhere Genauigkeit geprägt. Dann kamen Elektronenmikroskope (ab 1928), Messverstärker mit Transistoren, A/D-Wandler und die digitalen Messgeräte. Danach veränderte die rechnergestützte, digitale Datenerfassung die Messtechnik grundlegend. Ab etwa 1995 wurde auch das Internet für die Steuerung von Messaufgaben und die Übermittlung von Messwerten genutzt.

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