Die Entwicklung der Mess- und Prüftechnik

Von der Messlatte zur Inline-Qualitätskontrolle

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Ein Messwert oder Messergebnis wird heute immer durch ein Produkt aus Zahlenwert und (Maß-)Einheit ausgedrückt (DIN 1313). Beginnend mit der internationalen Meterkonvention von 1875 ist unter Führung der Generalkonferenz für Maß und Gewicht das SI-Einheitensystem (Système International d’Unités) entstanden.

Es umfasst sieben Basiseinheiten: Meter, Kilogramm, Sekunde, Ampere, Kelvin, Mol, Candela, sowie abgeleitete SI-Einheiten, wie zum Beispiel Volt. Außerdem gibt es allgemein anwendbare Einheiten außerhalb des SI, zum Beispiel die Stunde. Die SI-Einheiten sind international vereinbarte, national gesetzlich festgelegte und in die Normung aufgenommene Werte von physikalischen Größen mit dem Zweck, dass alle anderen Werte dieser Größe als Vielfaches der Einheit anzugeben sind.

Fertigungsmesstechnik als Oberbegriff für alle mit Mess- und Prüfaufgaben

Heute ist es die wichtigste Aufgabe der Fertigungsmesstechnik, im Produktentstehungsprozess, der sich von der Entwicklung und Konstruktion bis zur Auslieferung an den Kunden erstreckt, Informationen über die Qualität von Produkten und Prozessen in Form von Mess- und Prüfdaten zu liefern, welche dann die Grundlage für die Qualitätssicherung bilden.

Dabei beschränkt sich der Begriff Fertigungsmesstechnik nicht auf technische Verfahren zur Ermittlung der Messwerte, sondern erstreckt sich auch auf organisatorische Aspekte, die mit der Mess- und Prüftechnik in der Fertigung verknüpft sind. Dazu gehören unter anderem die laufende Prüfung der Produktionsprozesse und der Werkzeugmaschinen sowie die Überprüfung ihrer Wirtschaftlichkeit, die laufende zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, beispielsweise die Durchstrahlungsprüfung, Ultraschallprüfung und Thermografie, die Prüfung der Abmessungen (Toleranz) und der Maßhaltigkeit (zum Beispiel mit Messuhren, Dehnmessstreifen oder Mikrometern) oder die stichprobenartige zerstörende Werkstoffprüfung, zum Beispiel die Härteprüfung oder Vibrationsprüfung. Insgesamt stellt die heutige Fertigungsmesstechnik eine Qualitätskontrolle der Produktionsmethoden und der erzeugten Produkte dar.

* Annedore Munde ist freie Fachjournalistin in Erfurt.

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