Nachgehakt WAS IST EIGENTLICH MIT … dem Markt für Photovoltaik?

Redakteur: Udo Schnell

Wir sprachen mit Anke Johannes, Geschäftsführerin der Conergy GmbH über die aktuelle Entwicklung des Photovoltaikmarktes.

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Anke Johannes, Geschäftsführerin der Conergy Deutschland GmbH
Anke Johannes, Geschäftsführerin der Conergy Deutschland GmbH
(Bild: Conergy)

Wie hat sich der Markt für Solarstrom in jüngster Zeit entwickelt?

Leider müssen wir feststellen, dass die Marktsegmente Gewerbe und Endverbraucher noch immer schrumpfen. Monatlich werden auf Privathäusern im Schnitt nur circa 25 MW verbaut, das ist viel zu wenig. Der Zubau von Freiflächen ist fast zum Erliegen gekommen. Jetzt werden noch die letzten Freiflächen angeschlossen, um nach dem alten EEG einzuspeisen. Projekte, die in der Ausschreibung den Zuschlag erhalten haben, werden nicht innerhalb eines Jahres realisiert werden, weil die Modulpreise aufgrund des Mindestimportpreises zu hoch sind. Den im EEG angestrebten Zubaukorridor von 2400 bis 2600 MW werden wir nicht erreichen, wir rechnen höchstens mit einem Zubau von etwa 1000 MW im Jahr 2015.

Ist die Entwicklung denn grundsätzlich negativ?

Nein, positiv ist beispielsweise die Geschwindigkeit, mit der das Speichersegment wächst. Jede dritte Anlage wird derzeit mit einem Speicher verbaut und auch unsere Kunden fragen Speicher immer mehr nach. Dies liegt zum einen an den stark gesunkenen Anschaffungskosten für die Systeme, aber auch an Unternehmen wie Tesla oder auch BMW, die in den Energiespeichermarkt einsteigen und für reichlich Wirbel sorgen, selbst wenn sie physisch noch gar kein Produkt anbieten.

Wie wird die Entwicklung weitergehen?

Die Energieproduktion und das -management werden immer weiter in die internen Geschäftsprozesse integriert. Teils freiwillig, teils durch Einflussnahme seitens des Gesetzgebers. Kurzfristig wird der Strompreis fallen, langfristig rechnen wir jedoch mit einem Anstieg. Grund dafür werden die Stromnebenkosten sein, die sich aus Steuern und Umlagen zusammensetzen und gut 75 % des Strompreises ausmachen. Daher rechnen wir weiter mit 2 bis 3 % Steigerung pro Jahr. Das sind Prognosen, die den Unternehmern auch ohne Energieaudits zu denken geben sollten.

MM

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