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Werkzeuge Werkzeugdatenverwaltung als Basis digitaler Prozesse

Autor / Redakteur: Michael Pyper / Rüdiger Kroh

Erfasste Daten bieten einen hohen Nutzwert für effizientere Fertigungsprozesse. Die Werkzeugdatenverwaltung wird so zur Schlüsselstelle. Deren Einbindung in die planenden und fertigenden Prozesse ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Industrie 4.0.

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Das Speichern, Verwalten und Bereitstellen von Werkzeugdaten als zentrale Stelle ist wichtig für eine effiziente Fertigung. Hier zu sehen ein Eckfräser mit 4-schneidiger Wendeplatte.
Das Speichern, Verwalten und Bereitstellen von Werkzeugdaten als zentrale Stelle ist wichtig für eine effiziente Fertigung. Hier zu sehen ein Eckfräser mit 4-schneidiger Wendeplatte.
(Bild: Walter)

Die Fertigung ist und bleibt das Herzstück der metallzerspanenden Industrie. Digitalisierung hin oder her – Wertschöpfung entsteht, wenn Späne fliegen. Trotzdem steckt die fertigende Branche derzeit mitten in einem digitalen Wandel. „Die Anforderungen von Industrie 4.0 gehören bei uns schon seit Jahren zum Alltag“, betont Eugen Bollinger, Vertriebsleiter beim Tübinger Softwareentwickler für Werkzeugdatenmanagement, TDM Systems GmbH. Der Trend gehe dahin, alle auf Fertigungsebene beteiligten Systeme immer weiter zu integrieren. Voraussetzung sei eine gemeinsame Datenbasis. Tool Data Management (TDM) als zentrale Stelle zum Speichern, Verwalten und Bereitstellen von Werkzeugdaten bringe dafür die besten Voraussetzungen mit. „Wenn wir zum Beispiel Daten aus der Bearbeitung zentral im TDM erfassen und auswerten, dann wissen wir auch, zu welchem NC-Programm welches Werkzeug mit welchen Schnittwerten ideal passt. Darin schlummert für unsere Kunden ein ungeheures Potenzial”, weiß Bollinger. Die Werkzeugdatenverwaltung entwickelt sich so zur Schaltstelle digital gesteuerter Produktionsprozesse.

Direkter Einfluss auf die Produktionskosten

Sind die reproduzierbaren Schnittdaten zu jedem Werkzeug im TDM hinterlegt, stehen sie auch dem NC-Programmierer auf Mausklick zur Verfügung. So kann er schon in der Konstruktionsphase nach alternativen, kostensparenden Lösungen suchen. Bollinger beschreibt das an einem einfachen, aber typischen Beispiel: „Der Konstrukteur plant ein Loch mit 9,8 mm Durchmesser. Dank TDM sieht er, dass aktuell nur Bohrer mit 10 mm im Bestand sind. Bleibt er bei 9,8 mm, müsste ein Werkzeug neu bestellt werden, was Zeit und Geld kostet. Der Konstrukteur kann den hinterlegten Daten außerdem entnehmen, welches Werkzeug im geplanten Werkstoff die beste Standzeit hat. Somit kann er in der Werkzeugdatenverwaltung die beste Lösung finden und spart dadurch spürbar Produktionskosten.”

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Die Basis dafür bilden die individuell hinterlegten Technologiedatensätze. Im Verknüpfen der Planungs- und Fertigungsprozesse steckt weiteres Potenzial, wie der Vertriebsleiter erklärt: „Zum einen lässt sich so die Maschinenauslastung inklusive Vorbereitung der Betriebsmittel optimieren, zum anderen können durch die Kommunikation der Planungs- und Fertigungssysteme die Durchlaufzeiten eines Produktes signifikant gesenkt werden.“

Auf Tool Lifecycle Management ausgerichtet

TDM Systems schaut dafür mittlerweile weit über die Grenzen der reinen Werkzeugdatenverwaltung hinaus. Bollinger: „Wir haben unser gesamtes Unternehmen auf das Tool Lifecycle Management ausgerichtet, das bedeutet, wir betrachten den gesamtheitlichen Prozess.“ Das beginnt bereits mit der Definition der Werkzeuge und geht über die Planung bis zur lückenlosen Weitergabe und den Einsatz der Daten in der Fertigung. „Das Neue daran ist, dass wir die Informationen aus den einzelnen Prozessschritten zurückfließen lassen und sie so permanent verbessern können.“

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