Werkzeuge

Werkzeugdatenverwaltung als Basis digitaler Prozesse

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Maschinenkonnektoren nehmen die notwendigen Fertigungs- und Maschinendaten auf, die TDM an die Planungssysteme weitergibt. Bollinger ist überzeugt, dass es in diesem Bereich auf jeden Fall eine schnelle Weiterentwicklung gibt, die in Zukunft umfangreiche Auswertungen aus den Echtzeitdaten der Maschine ermöglicht und weiteren Nutzen eröffnet. Zwar würden schon heute oft Erfahrungsdaten berücksichtigt, das geschehe aber weitgehend manuell. „In Zukunft werden wir die Technologiedatensätze zu jedem betreffenden Werkzeug automatisch hinterlegen.“

Durchgängige Lösungen erfordern Systempartnerschaften

Funktionierende, kommunikative Schnittstellen zu allen Bereichen im Sinne von Industrie 4.0 können nicht mehr von einzelnen Marktteilnehmern allein geschaffen werden. TDM Systems setzt deshalb auf enge Partnerschaften mit den jeweiligen Kompetenzführern benachbarter Bereiche. Auch hier ein Beispiel des Vertriebsleiters: „Als Partner für Manufacturing Execution Systeme konnten wir Forcam mit ihrem System Factory Framework gewinnen. Dadurch können wir Auftragsdaten, NC-Programme, die unterschiedlichen Zustände der Werkzeuge, Schnittwerte und Bearbeitungszeiten zwischen Factory Framework und TDM austauschen.“

Je genauer Fertigungsressourcen geplant werden können, desto günstiger lässt sich produzieren. TDM unterstütze deshalb die verbrauchs- und auftragsgenaue Werkzeugbereitstellung, liefere die notwendigen NC-Programme und stelle die Ist-Werkzeugdaten zu jedem Komplettwerkzeug bereit. Bekannt ist, dass die Planung etwa 70 % der Produktkosten festlegt. „Zwischen der Fertigungs- und Planungskommunikation bestehen traditionell oft tiefe Gräben, was die Kosten unnötig in die Höhe treibt“, erläutert Bollinger. „Mithilfe von TDM können wir diese Gräben schließen helfen, beispielsweise wenn dank der zu jedem Komplettwerkzeug hinterlegten realen Schnittwerte die NC-Planung die Bearbeitungsprozesse optimiert“.

Einfachere und schnellere Vernetzungen zwischen Maschine und Planungssystemen

Diese Daten können CAD/CAM-Systeme nutzen, um sie in die Bearbeitungsplanung einzubeziehen, vor allem um schnell und einfach das für die Operation passende Werkzeug oder bei Bedarf Alternativen finden zu können. Es setzt aber Schnittstellen nicht nur zur Maschine, sondern auch zu möglichst vielen CAD/CAM-Systemen voraus. Da viele Unternehmen oft mehrere CAM- oder Simulationssysteme im Einsatz haben, bietet TDM eine große Bandbreite solcher Schnittstellen. „Wichtig dabei ist, dass man aus dem CAM-System nicht nur auf die Werkzeugdaten zugreifen, sondern auch Werkzeuglisten zu jedem NC-Programm zurückschreiben kann, um die Werkzeuge auf Fertigungsebene vorbereiten zu können“, betont der Vetriebsleiter.

Bollinger sieht gerade im engen Datenaustausch zwischen betriebswirtschaftlichem und technologischem Bereich für die Zukunft noch sehr viel Potenzial. „Die Initiativen im Umfeld von Industrie 4.0 ermöglichen künftig einfachere, schnellere und somit kostengünstigere Vernetzungen zwischen Maschine und Planungssystemen. Dies sichert letztlich die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden und Arbeitsplätze.“ MM

* Michael Pyper ist Fachjournalist in Frankfurt am Main

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