Umformtechnik Wie lange hält Ihr Schmiedewerkzeug noch durch?

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Wie viele Bauteile können wir noch herstellen, bevor das Schmiedewerkzeug ausgetauscht werden muss? Umformtechniker können diese Frage bisher nicht exakt beantworten. An einer vorausschauenden Prozessüberwachung arbeitet derzeit das IPH, die exakt vorhersagt, wie lange das Werkzeug noch hält.

Schmiedepresse im IPH: Die Werkzeuge müssen regelmäßig ausgetauscht oder in Stand gesetzt werden.
Schmiedepresse im IPH: Die Werkzeuge müssen regelmäßig ausgetauscht oder in Stand gesetzt werden.
(Bild: Ralf Büchler)

Ein kombiniertes Messsystem zur vorausschauenden Überwachung von Gesenkschmiedeprozessen entwickelt das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) im Forschungsprojekt „VorÜber“, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist es, eine exakte Prognose abzugeben, wann ein Schmiedewerkzeug ausgetauscht werden muss. „Unser Ziel ist eine Prognose auf quantitativer Basis“, sagt Projektleiter David Schellenberg. „Das System soll also exakt vorhersagen, ob man mit dem Werkzeug noch 1000 Bauteile schmieden kann, noch 300 oder nur noch 56.“

Für eine möglichst genaue Vorhersage entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am IPH ein kombiniertes System aus einem optischen Messverfahren und einem Kraftmessverfahren. „Wenn sich das Schmiedewerkzeug abnutzt, verändern sich sowohl die Form des Schmiedewerkzeugs als auch die auftretenden Kräfte“, erklärt Schellenberg. Das optische Messsystem – beispielsweise eine Kamera oder ein Laserscanner – macht in regelmäßigen Abständen Aufnahmen von der Gravur des Schmiedewerkzeugs; das Kraftmesssystem erfasst parallel dazu den Kraftverlauf im Schmiedewerkzeug während des Schmiedens. Die beiden Messverfahren ergänzen sich und liefern im Zusammenspiel eine exakte Vorhersage, so das Ziel der Forscherinnen und Forscher.