Anbieter zum Thema
Für Russland ist der Handel mit der EU folglich essenziell, so die Ifo-Wissenschaftler. Daher
sollte das Land eigentlich stark an einer vertieften Kooperation interessiert sein. Hinzu komme, dass die langfristigen Perspektiven für die russische Wirtschaft alles andere als positiv seien. Belief sich der Anteil Russlands am Bruttoweltprodukt 2008 noch auf 4,3 %, so ist er bis 2013 auf 3,9 % gefallen und wird laut einer OECD-Prognose bis 2050 weiter absinken, und zwar auf auf 2,7 %.
Verglichen mit den Hochzeiten der Sowjetunion wird sich das ökonomische Gewicht Moskaus auf etwa ein Fünftel reduzieren.
Ukraine-Konflikt hinterlässt bereits ökonomische Bremsspuren
Obwohl die bisherigen Sanktionen als eher milde eingestuft werden können, seien laut Ifo an den Märkten deutliche Reaktionen auf den Konflikt sichtbar. Dabei wären die russischen Märkte weitaus stärker betroffen als die der westlichen Staaten. Nach der Ifo-Untersuchung liegt dies liegt daran, dass ein Konflikt mit der EU für Russland nicht nur strategisch fatal ist, sondern die russische Wirtschaft auch noch zur Unzeit trifft.
Die russischen Wachstumsraten seien für ein Schwellenland „enttäuschend“. Insbesondere in den letzten Jahren habe die Wachstumsdynamik in Russland stark nachgelassen, wie Daten der UNCTAD zeigten. Betrug das durchschnittliche jährliche Wachstum zwischen 2005 und 2008 noch 7,42 %, so fiel es für den Zeitraum von 2008 bis 2012 auf magere 1,64 %.
Russland: der Low-Performer unter den BRIC-Staaten
Auch wenn als Sondereffekt die Finanzkrise diese durchschnittliche Wachstumsrate drückt, fällt Russlands Wachstumsschwäche im Vergleich zu den anderen BRIC-Staaten auf. Im selben Zeitraum wuchs Brasilien um 3,14 % pro Jahr, Indien um 7,37 % und China sogar um 9,3 %. Für 2014 prognostiziert der Internationale Währungsfonds für die russische Wirtschaft ein Wachstum von 0,2 %. Die Deutsche Bank geht von 0,6 % aus.
(ID:42843905)