Ifo-Institut

Wirkung der Russland-Sanktionen fragwürdig

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Spielen auch geopolitische Motive eine Rolle?

Die Ifo-Forscher führen in diesem Zusammenhang als konkrete Vertragswerke die „Partnerschaft für den Frieden“ zwischen der NATO und einer Reihe von europäischen und asiatischen Staaten inklusive Russland von 1994 und das „Partnerschafts- und Kooperationsabkommen“ zwischen der EU und Russland von 1997 an.

Bildergalerie

Allerdings sei nicht auszuschließen, dass bei der Abwendung der EU von Russland neben ökonomischen auch geopolitische Motive eine Rolle spielen. Der Fokus der EU-Handelspolitik

liege derzeit eindeutig auf der Verhandlung eines umfassenden Freihandelsabkommens mit den USA (TTIP).

Russlands Relevanz als Wirtschaftsmacht schwindet zusehends

Auch wenn Freihandel der EU mit Russland wegen der komplementären

Spezialisierungen der beiden Wirtschaftsräume ökonomisch große Potenziale habe, wie Ifo-Präsident Prof. Hans-Werner Sinn kürzlich in einem Zeitschriftenbeitrag darlegte. In der gegenwärtigen Situation sei das aber politisch illusorisch.

Russland, dessen Anteil am Bruttoweltprodukt in den nächsten Jahrzehnten ohnehin an Bedeutung verlieren wird, werde so handelspolitisch weiter isoliert. „Neben einer kurzfristigen Krisenpolitik muss die EU endlich eine langfristige Strategie offenlegen, wie ein ökonomisch an Bedeutung verlierendes Russland in die internationale Gemeinschaft und insbesondere in den europäischen Wirtschaftsraum eingebunden werden kann“, betont Yalcin.

Download der kompletten Ifo-Studie

(ID:42843905)