Zerspanung XXL-Maschine sorgt für Alleinstellungsmerkmal

Autor / Redakteur: Nikolaus Fecht / Rüdiger Kroh

Eine Fahrständer-Fräsmaschine für bis zu 8 m lange, 2,5 m hohe und 1,2 m breite Bauteile verschafft einem Auftragsfertiger ein Alleinstellungsmerkmal. Damit kann er einbaufertige Bauteile in großen Dimensionen liefern.

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Die Fahrständer-Fräsmaschine mit einem 40-fach-Werkzeugwechsler ersetzt eine über 20 Jahre alte Bettfräsmaschine.
Die Fahrständer-Fräsmaschine mit einem 40-fach-Werkzeugwechsler ersetzt eine über 20 Jahre alte Bettfräsmaschine.
(Bild: Fecht)

Die Vielseitigkeit der Erka Maschinenbau GmbH aus dem Münsterland kann sich sehen lassen: Der mittelständische Auftragsfertiger schneidet mit dem Plasmastrahl, schweißt, phosphatiert, signiert, lackiert, montiert, kantet, dreht, fräst und bohrt. Neuerdings zerspant das Unternehmen auch XXL-Bauteile. Das dazu nötige i-Tüpfelchen, eine große Fahrständer-Fräsmaschine, fand der Firmenchef auf der Fachmesse Metav in Düsseldorf.

Neue Halle bot Platz für größere Fahrständermaschine

„Ich reise seit Jahren mit mehreren Leuten zur Metav, weil wir dort alle für uns interessanten Produktionsmittel sehen können“, sagt Dipl.-Ing. Christian Roterring, Geschäftsführer der Erka Maschinenbau GmbH aus Ahaus-Wüllen. So informierte er sich auch über einen Ersatz für eine über 20 Jahre alte Bettfräsmaschine. Schließlich entschied er sich für eine Fahrständer-Fräsmaschine der MTE Machine Tool Engineering S.A. aus dem spanischen Itziar. Die FBF-S 8000 ist ausgelegt für bis zu 8 m lange, 2,5 m hohe und 1,2 m breite Bauteile. Sie hat einen automatisch in zwei Ebenen schwenkenden Universalfräskopf, einen 40-fach-Werkzeugwechsler, einen Rückle-Rundtisch (2 t Traglast, 1250 mm × 1000 mm Aufspannfläche) sowie einen integrierten Renishaw-Messtaster. „Anfangs waren wir fixiert auf eine Fräsmaschine, die nur einen Verfahrweg von 4 m hat“, blickt Roterring zurück. „Da wir aber wegen einer neuen Halle Platz für etwas Größeres hatten, kauften wir schließlich die deutlich größere Fahrständermaschine.“

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Um den Programmieraufwand für den Neuling und andere neue Werkzeugmaschinen zu senken, hat Erka einen Computerarbeitsplatz mit Mastercam-X7-Software ausgestattet, mit der sich gängige CAD-Formate einlesen lassen. „Wir verkürzen damit nicht nur die Zeiten des Maschinenstillstands, sondern vermeiden durch das Einlesen von CAD-Daten auch Fehler“, begründet der Geschäftsführer den Kauf.

XXL-Maschine vervollständigt den Maschinenpark

Die MTE-Anlage zum Fertigen von sehr großen Bauteilen hat den Maschinenpark des Unternehmens nach oben hin abgerundet. Roterring: „Unser umfassendes Leistungsangebot macht es vielen Kunden leichter, bei uns einbaufertige Bauteile zu ordern. Wenn wir etwas von den Dimensionen her nicht können, lehnen wir einen Auftrag auch schon mal ab.“ Doch seit der Investition in die MTE-Maschine kommt das seltener vor. Erka nutzt sie beispielsweise zum Zerspanen von sehr langen Bauteilen, aus denen Kunden Grundrahmen für ihre Maschinen aufbauen. „Wir sind nicht unbedingt nur auf die Produktion von sehr langen Bauteilen aus, sondern wir fertigen auch sehr hohe, großflächige und komplexe Maschinenelemente“, berichtet der Geschäftsführer. „Ebenso wichtig ist auch die Flexibilität, etwa beim Produzieren im Pendelbetrieb.“

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