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Precision Micro

Ätzend, aber ist richtig gut!

| Autor / Redakteur: Markus Rettig / Kathrin Schäfer

Die Herstellung von Flachfedern für Hörgeräte ist eine Herausforderung: Denn die Scheiben müssen zwischen 38 und 100 µm dünn und mit 4 mal 8 mm sehr klein sein. Entscheidend ist zudem, dass die Profile der Teile absolut glatt und die Teile insgesamt gratfrei sind.
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Die Herstellung von Flachfedern für Hörgeräte ist eine Herausforderung: Denn die Scheiben müssen zwischen 38 und 100 µm dünn und mit 4 mal 8 mm sehr klein sein. Entscheidend ist zudem, dass die Profile der Teile absolut glatt und die Teile insgesamt gratfrei sind. (Bild: Precision Micro)

Stanzen, Pressen, Laser- oder Wasserstrahlschneiden – wo und warum das fotochemische Ätzen traditionellen Metallbearbeitungstechniken den Rang abläuft, wird an drei Produktbeispielen deutlich: einem Mikrofilter, einem Herzschrittmacher und einer Hörgeräte-Flachfeder.

Beim fotochemischen Ätzen werden ausgewählte Bereiche mit Fotolack und Ätzmittel chemisch bearbeitet. Die Eigenschaften des Materials werden beibehalten und die Teile bei der Bearbeitung nicht beeinträchtigt. Es entstehen grat- und spannungsfreie Kanten mit klaren Profilen.

Fotochemisch ätzen – mehr Pros als Kontras

Traditionelle Bearbeitungstechniken wie Metallstanzen, Pressen, CNC-Stanzen, Laser- und Wasserstrahlschneiden dagegen ergeben teilweise unsaubere Schnittkanten. Oft wird das bearbeitete Metall verformt, und es bilden sich Grate, hitzebeeinträchtigte Bereiche und weiße Schichten. Mit diesen Verfahren ist es deshalb schwierig, die Details und die Präzision zu erreichen, die für die immer kleineren, komplexeren und exakteren Metallteile von Medizinprodukten erforderlich sind.

Da für das Fotoätzen außerdem leicht reproduzierbare und kostengünstige digitale Werkzeuge genutzt werden, stellt es auch im Bezug auf die Rentabilität eine Alternative zu traditionellen Bearbeitungsverfahren dar. Die Werkzeuge für das Fotoätzen können einfach am Bildschirm geändert werden. Dies ist innerhalb von Stunden möglich, statt von Tagen oder Wochen, wie bei traditionellen Verfahren. Somit kann die Vorlaufzeit für ein neues Medizinprodukt gesenkt werden, ebenso wie der Kostenaufwand beispielsweise für die Werkzeugeinstellungen.

In manchen Fällen – für gewöhnlich, wenn eine Anwendung mehrere Millionen Teile erfordert und die Größe und/oder Komplexität der Details weniger wichtig sind – sind traditionelle Verfahren kostengünstig. Wenn Erstausrüster aber nur ein paar Millionen Teile benötigen und Präzision entscheidend ist, dann stellt das Fotoätzen mit seinen niedrigeren Werkzeugkosten oftmals die kosteneffizientere und präzisere Bearbeitungsmethode dar.

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