Raumlufttechnische Geräte Das richtige Gesamtsystem ist für die Energieeffizienz entscheidend

Redakteur: Stéphane Itasse

34 TWh oder die Kapazität von 40 Großkraftwerken: Das ist die Strommenge, die Ventilatoren alleine in Europa verbrauchen. Kein Wunder, dass die EU-Kommission Druck macht, um auch hier den Energieverbrauch zu senken. Doch in Ventilator-Anwendungen wie raumlufttechnischen Geräten sind schon heute Verbesserungen leicht zu realisieren.

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Energieeffiziente Komponenten für raumlufttechnische Geräte sind eine Voraussetzung für den sparsamen Betrieb, aber beileibe nicht die einzige.
Energieeffiziente Komponenten für raumlufttechnische Geräte sind eine Voraussetzung für den sparsamen Betrieb, aber beileibe nicht die einzige.
(Bild: TAlexTech - Fotolia.com)

Einen ganz einfachen Weg zu mehr Sparsamkeit nennt Udo Ranner, Geschäftsführender Gesellschafter der Huber & Ranner GmbH in Pocking: „Entscheidend ist, dass man nur das baut, was man auch braucht.“ Etwas präziser wird Dr. Walter Angelis, Technischer Leiter bei der Ziehl-Abegg SE in Künzelsau: Die Festlegung von Geräte-Leistungsparametern, die am wirklichen Bedarf eines Gebäudes ausgerichtet sind und weder über- noch unterdimensioniert sind, sei ein entscheidender Parameter für den effizienten Einsatz von raumlufttechnischen Geräten (RLT-Geräten).

In einem energieeffizienten Gesamtsystem stimmt alles

Einen anderen Aspekt betont Ralf Mühleck, Projektingenieur Verkauf Inland bei EBM-Papst in Mulfingen: „Betrachtet werden muss immer das Gesamtsystem.“ Neben einem hocheffizienten EC-Ventilator sei eine bedarfsgerechte Regelung der Luftmenge entscheidend. „Ein weiterer Punkt sind die Strömungsgeschwindigkeiten im Klimakastengerät sowie im Kanalsystem. Nur wenn diese minimiert werden beziehungsweise die Komponenten optimal ausgelegt sind, können die Druckverluste reduziert und somit die Effizienz erhöht werden“, erläutert er weiter. Die Luftgeschwindigkeit ist auch nach Auskunft von Angelis ganz wesentlich: „Bei doppelter Luftgeschwindigkeit steigt der Luftwiderstand um den Faktor vier. Der Luftwiderstand kann somit drastisch herabgesetzt werden, wenn Strömungsquerschnitte erweitert werden. Das Bild vervollständigt sich, wenn man berücksichtigt, dass der Energieaufwand zur Förderung der Luft durch einen Querschnitt proportional zum Druckverlust ansteigt.“ Insgesamt ergebe sich der Zusammenhang, dass sich der Energiebedarf in einem kubischen Verhältnis zur Strömungsgeschwindigkeit verhält. „Somit ergibt sich bei doppelter Strömungsgeschwindigkeit ein um den Faktor acht höherer Energieaufwand“, verdeutlicht Angelis.

Bei den Komponenten setzt Angelis auf eine optimale Abstimmung und deshalb auf die Benutzung von Software-Auslegungstools, die von den großen Komponentenlieferanten zur Verfügung gestellt werden und die eine optimale Auswahl ermöglichen: „Ventilatoren, die nicht 100-prozentig zum Gerät passen, bedeuten in der Praxis einen Verlust an Effizienz und eine Erhöhung an Geräuschemission.“

Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein

Auch laut Mühleck sollten die Einzelteile genauer betrachtet werden: „Um die Komponenten effizient zu betreiben, sollten diese natürlich strömungstechnisch optimal eingebaut sein. Dies kann zum Beispiel beim Ventilator die optimale Anströmung sein oder beim Wärmetauscher die gleichmäßige Durchströmung. Hier sollten die jeweiligen Vorgaben und Empfehlungen der Komponentenhersteller beachtet werden.“ „Effiziente Komponenten sind die Grundlage einer optimalen RLT-Gesamtanlage. Das entbindet den Hersteller der Anlage aber nicht von der Aufgabe, diese Komponenten aufeinander abzustimmen“, entgegnet Angelis. Im schlechtesten Fall könnten beste Komponenten in der Anlage zu unbefriedigenden Ergebnissen führen, zum Beispiel in Bezug auf Geräusch und Energieeffizienz. Um dies zu vermeiden, arbeite Ziehl-Abegg schon auf der Entwicklungsseite mit den Entwicklungsabteilungen der Kunden zusammen. Das sei notwendig, weil Ventilatoren auf Normprüfständen unter Normbedingungen getestet werden. „Da die Einsatzbedingungen unserer Kunden sehr vielfältig sind, müssen wir uns bei einem Katalogprodukt auf diese Normbedingungen stützen. Alle weiteren Fragen klären wir im Entwicklungsablauf und beantworten wir im Einzelfall“, sagt der Technische Leiter.

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