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„An sich sind die vom Hersteller gelieferten Produkte hocheffizient. Die meisten Fehler passieren in der falschen Planung durch die Fachplaner und auch durch die Installationsbetriebe“, sagt auch Marcel Riethmüller, Geschäftsführer der Ecogreen Energie GmbH & Co. KG in Delmenhorst. Ein Gesamtsystem werde erst effizient, wenn die RLT-Anlage, die Regelung beziehungsweise Steuerung und die Dimensionierung der Lüftungskanäle miteinander harmonieren.
Regelung bietet noch viel Einsparpotenzial
Daneben sind nach Ranners Ansicht noch zwei andere Faktoren wichtig: Zum einen liege das höchste Einsparpotenzial in der Regelung, zum anderen sei die höchste Energieeffizienz nicht mit Standardisierung zu erreichen. „Bei allen Anlagen, die heute noch nicht bedarfsgeregelt gefahren werden, besteht aus meiner Sicht das größte Potenzial der Energieeinsparung“, sagt auch Mühleck.
In der Praxis zeige sich vielfach, dass in ungenutzten Räumen der Luftwechsel zu hoch ist. Es werde nicht erfasst, ob der Raum genutzt wird und somit ein Lüftungsbedarf über dem Mindestluftwechsel besteht. „Hier gilt es anzusetzen, damit auch nur der tatsächlich benötigte Volumenstrom gefördert wird“, rät er. Teilweise werde nicht einmal der aktuelle Volumenstrom der Anlage ermittelt. Dabei erschließe eine Vernetzung des Nutzerverhaltens mit der Anlage und somit der Frischluftzufuhr große Einsparpotenziale.
Experten uneins über Wärmerückgewinnung
Auch Riethmüller sieht das höchste und meist ungenutzte Einsparpotenzial in der Regelung: „Die Auswirkung von cleveren Regelstrategien auf den Energieverbrauch darf nicht unterschätzt werden – besonders die Technik einer bedarfsgeführten Lüftung mit ihren Potenzialen der Luftqualitätsregelung und der bedarfsgeführten Luftmengenregelung mithilfe von variablen Luftströmen. Hier sind Einsparpotenziale vorhanden, die weit über die Neuerrichtung von Lüftungsanlagen hinaus auch auf bestehende Gebäude und Anlagen angewandt werden können.“
Für ihn sollte man zudem die Wärmerückgewinnung nicht vernachlässigen: „Anlagen mit Wärmerückgewinnung ermöglichen es den Heizenergiebedarf deutlich zu senken. In neuen, zentralen Lüftungssystemen ist die Wärmerückgewinnung aus dem Abluftstrom eine Selbstverständlichkeit. Laut der Energieeinsparverordnung 2009 ist sie bei Anlagen mit Volumenströmen über 4000 m³/h Pflicht.“
„Leckagen und Wärmerückgewinnung in den Gerätegehäusen sind in der Summe nur ein kleiner Teil, gehören aber auch dazu“, meint auch Ranner. „Das darf bei neuen Geräten kein Thema sein. Bei Gerätesanierungen muss hier natürlich darauf geachtet werden“, entgegnet Mühleck.
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