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Flexible Steh-Sitz-Arbeitsplätze

Das verstellbare Büro: Tipps für ergonomisches Arbeiten

| Autor/ Redakteur: Annette Civanyan / M.A. Frauke Finus

Mindestens sechs Stunden am Tag verbringen die Bundesbürger durchschnittlich im Sitzen, ob bei der Arbeit, auf dem Weg dorthin in Auto, Bus, Bahn oder nach Feierabend auf der Couch. Besonders Wissensarbeiter sind durch das Sitzen vor dem PC physischen Belastungen durch Bewegungsmangel und einseitige Körperhaltung ausgesetzt. Mit wenigen Hilfsmitteln und ein paar Neuerungen in der Unternehmenskultur kann mehr Bewegung in den Arbeitsalltag gebracht werden.

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Unkompliziert nachrüstbar: Steh-Sitz-Arbeitsplätze können flexibel in nahezu jede Büroumgebung integriert werden. Mit ein paar einfachen Handgriffen lassen sie sich in der Höhe verstellen und ermöglichen so den schnellen Wechsel zwischen sitzendem und stehendem Arbeiten.
Unkompliziert nachrüstbar: Steh-Sitz-Arbeitsplätze können flexibel in nahezu jede Büroumgebung integriert werden. Mit ein paar einfachen Handgriffen lassen sie sich in der Höhe verstellen und ermöglichen so den schnellen Wechsel zwischen sitzendem und stehendem Arbeiten.
(Bild: Ergotron)

Sitzen ist eine hartnäckige Angewohnheit, denn der Mensch ist wie jedes andere Lebewesen von Natur aus darauf programmiert, Energie zu sparen und damit auch körperliche Anstrengung zu vermeiden – ein Argument, dass vor allem Sportmuffeln gefallen dürfte. Jedoch bringt der deutliche Bewegungsmangel durch übermäßiges Sitzen in unserer heutigen stark durch Wissensarbeit geprägten Gesellschaft neue Gesundheitsrisiken mit sich.

Negative Spitzenreiter als häufigste Ursache für krankheitsbedingte Fehltage sind laut AOK Probleme des Muskel-Skelett-Systems: Fast ein Viertel (22,4 %) der Krankschreibungen geht auf das Konto von Rückenschmerzen, Bandscheibenschäden und Schulterschmerzen. Gerade im Büro führen konventionelle PC-Sitzarbeitsplätze häufig zu einer einseitiger Körperhaltung sowie repetitiven Bewegungen. Diese rufen ihrerseits sowohl Schmerzen und Versteifungen im Kopf-, Nacken- und Schulterbereich als auch Konzentrationsmängel hervor. Im schlimmsten Fall entstehen dadurch Belastungsschäden der Muskeln, Gelenke, Sehnen und Nerven (Repetitive-Strain-Injury-Syndrom). Oft reagieren auch die Augen mit Überanstrengungssymptomen wie dem „Trockenen Auge“-Syndrom oder Kopfschmerzen.

Wechsel in der Unternehmenskultur: Bewegungsmangel kann wirtschaftlich teuer werden

Laut der Techniker Krankenkasse machen rückenbedingte Krankschreibung konservativ geschätzt bei Erwerbspersonen in Deutschland deutlich mehr als 40 Millionen Fehltage pro Jahr aus. Ergonomie am Arbeitsplatz ist deshalb für Unternehmen auch ein wirtschaftlich relevanter Faktor, denn eine ungesunde Arbeitsplatzgestaltung hat nicht nur langfristig negativen Einfluss auf die Mitarbeitergesundheit, sondern führt im Arbeitsalltag auch zu Konzentrationsschwäche, Leistungsabfall und häufigen Krankschreibungen. Eine Änderung in der Unternehmenskultur ist daher ein erster Schritt, übermäßiges Sitzen zu reduzieren, zum Beispiel durch Programme zur betrieblichen Gesundheitsförderung, regelmäßige Steh-Meetings und die Motivation der Mitarbeiter zu gezielten Bewegungspausen wie kurzen Streckübungen. Darüber hinaus unterstützt auch die Bereitstellung besonderer Möbel wie Stehpulte, die Initiative mehr Bewegung in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Ergonomische Büroausstattung: Einfach nachrüstbar

Während die Änderung der Büroausstattung auf den ersten Blick Kosten darstellt, zahlt sich diese Investition langfristig aus. Hilfsmittel für eine gesunde Arbeitsweise können neben ergonomischen Bürostühlen zum Beispiel ergonomische Steh-Sitz Arbeitsplätze sein. Diese kann man sich entweder, durch Aufrüstung vorhandener Schreibtische mit Aufsätzen einrichten oder durch integrierte Steh-Sitz-Arbeitstische, deren Fläche sich flexibel in der Höhe anpassen lässt. Darüber hinaus unterstützen auch flexibel justierbare Monitorarme eine gesunde Körperhaltung beim Arbeiten am PC.

Im Gegensatz zu Wellness-Programmen, die die Beteiligung und Zeit von Mitarbeitern erfordert, kann ein Steh-Sitz Arbeitsplatz unkompliziert in den Arbeitsalltag integriert werden. Denn selbst in Unternehmen, in denen Bewegung aktiv gefördert wird, kann Zeitmangel aufgrund beruflicher Verantwortung Hürden darstellen, die verhindern, dass Mitarbeiter aktiv an Gesundheitsprogrammen teilnehmen. Ein verstellbarer Steh-Sitz Arbeitsplatz ermöglicht Mitarbeitern, schnell die Position zu wechseln, ohne ihren Arbeitsfluss unterbrechen zu müssen.

Kleine Bewegungsrituale einüben: Sitzen-Stehen-Wechseln Methode

Mitarbeiter können selbst kleine Bewegungsrituale in ihren Arbeitsalltag integrierten und die Zielsetzungen in übersichtliche Schritte unterteilen: Eine langsame Umstellung eignet sich am besten, um das Verhältnis von Sitzen zu Stehen zu optimieren. Begonnen werden kann mit kurzen Intervallen: Zunächst fünf Minuten pro Stunde, dann zehn Minuten, bis zu 30 Minuten pro Stunde in einer bequemen Stehhaltung. Schon kleine Änderungen machen den Unterschied, zum Beispiel mit der Sitzen-Stehen-Wechseln Methode: 30 Minuten Sitzen am Computer, gefolgt von 30 Minuten Stehen während einer Teambesprechung. Oder 30 Minuten Sitzen, gefolgt von 20 Minuten Stehen während einer Telefonkonferenz und anschließend 10 Minuten Stretching.

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