Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Metav 2018 zeigt Werkzeuge in der Moulding Area

Die Laserschrift kann den Rundlauf stören

| Redakteur: Reinhold Schäfer

Kennzeichen μm: Präzision bestimmt den Betriebsalltag beim Unternehmen Zecha, das weltweit gefragte Zerspanungs-, Stanz-, und Umformwerkzeuge herstellt.
Bildergalerie: 2 Bilder
Kennzeichen μm: Präzision bestimmt den Betriebsalltag beim Unternehmen Zecha, das weltweit gefragte Zerspanungs-, Stanz-, und Umformwerkzeuge herstellt. (Bild: Zecha)

Auch wenn die digitale Transformation zunehmend alle Bereiche der diesjährigen Metav beflügelt, steht eines fest: Selbst der hochmoderne, digitalisierte Metallverarbeiter verdient immer noch mit der Schneide sein Geld. Worauf es bei Mikrowerkzeugen für den Werkzeug- und Formenbau ankommt, berichtet der badische Werkzeugfabrikant Stefan Zecha, Geschäftsführer und geschäftsführender Gesellschafter der Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH aus Königsbach-Stein. Das Unternehmen stellt in der Moulding Area aus.

Herr Zecha, zu Ihren Kunden zählen Unternehmen aus dem Werkzeug- und Formenbau: Welche Anforderungen stellt diese Branche an die Zerspanungswerkzeuge?

Zecha: Wir stellen Präzisionswerkzeuge mit Mikrometer-Genauigkeit her, bei denen der Werkzeug- und Formenbau nicht nur auf hohe Wiederholgenauigkeit, sondern auch auf pünktliche und schnelle Lieferung der Produkte wert legt.

Wie weisen Sie dieser bekanntlich sehr qualitätsbewussten Branche die Einhaltung der Qualität bei Ihren Bohrern, Fräsern, Gewindewirblern und Reibahlen nach?

Zecha: Wir bringen seit über zehn Jahren mit dem Laser auf jedem Werkzeug eine Nummer an, mit der sich rückverfolgen lässt, wer es wann unter welchen Bedingungen aus welchem Hartmetallrohling gefertigt hat und wo das entsprechende Protokoll zum Fertigungsprozess und den Messungen gespeichert ist. Anhand der so genannten Lebensnummer lässt sich also ein Werkzeug auch Jahre nach einem Kundenauftrag eindeutig zuordnen. Wir beschriften das Schaftende und nicht wie andere den Schaft.

Warum bringen Sie die Identnummer nicht auf dem Schaft an?

Zecha: Werkzeug- und Formenbau setzen bei Werkzeugen auf optimale Rundlaufeigenschaften, die ein gelaserter Schaft nicht erfüllen kann, weil die Oberfläche dann nicht mehr ganz glatt ist. Wegen der hohen Ansprüche fertigen wir übrigens auch alle unsere Schäfte selbst, denn am Schaft fängt die Präzision an.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Zecha: Für hohe Qualität sorgt die konsequente Einkaufspolitik. Wir kaufen unser Hartmetall stets bei den gleichen Lieferanten ein. Es kommt also nicht vor, dass wir aus Kostengründen irgendwo in der Welt Hartmetall ordern. Ebenso setzen wir auch bei der Beschichtung nur auf langjährige Partner, mit deren Entwicklungsabteilungen wir eng zusammenarbeiten. Doch bis auf die Beschichtung geschieht die Produktion ansonsten in eigener Regie in hoher Fertigungstiefe. Daher schleifen wir auch selbst. Ein Werkzeug mit einem Durchmesser von einem Millimeter und weniger verzeiht keine Fehler im Bereich von Tausendstel von Millimetern (µm).

Eine Ihrer Spezialitäten ist die Kantenpräparation, mit deren Präzision der spätere Zerspanungserfolg steht und fällt: Wie genau können Sie die Schneidkanten in die gewünschte Form bringen?

Zecha: Wir können sie auf 0,5 bis 0,8 µm exakt präparieren und nur so gleichbleibende Qualität garantieren.

Warum arbeiten Sie in Sachen Grafitbearbeitung mit einem Diamantbeschichter, einem Maschinenhersteller und einem Elektrodenproduzenten zusammen?

Zecha: Wir müssen heute immer häufiger nicht nur das Werkzeug liefern, sondern zunehmend auch den gesamten Prozess im Blick haben. Dazu gehört zum Beispiel, die Schnittdaten zu ermitteln. Die drei Firmen sind auf unterschiedliche Weise sehr nah an der gesamten Prozesskette dran. Vor allem in Sachen Beschichtungen ist für uns die Zusammenarbeit mit anderen Firmen sehr wichtig, denn heute gibt es im Jahrestakt neue Beschichtungen, auf die wir uns einstellen müssen. Wir testen daher alle infrage kommenden Beschichtungen sehr genau, bevor wir dann Beschichtungen rund drei bis fünf Jahre auf unseren Werkzeugen einsetzen.

Welche Rolle spielen die Metav beziehungsweise die Moulding Area für Sie?

Zecha: Ich bedaure, dass es bei den Messen vor allem zu diesem Thema einen Trend Richtung Süden gibt. Ich bin daher froh, dass die Metav den Werkzeug- und Formenbau mit der Moulding Area mit einem eigenständigen Themenbereich aufgreift.

Was werden Sie in Düsseldorf an Innovationen für den Werkzeug- und Formenbau sowie andere Branchen vorstellen?

Zecha: Wir stellen Kugel-, Torus- und Schaftfräser vor, die – dank gezielter Bearbeitung der Schneidkanten mit Lasertechnik (R = 1 μm) und der speziellen Schneidengeometrie – die Schnittkräfte und Wärmeentwicklung erheblich senken. Hier in Düsseldorf präsentieren wir eine Spezialentwicklung für Kupferelektroden.

Das Interview führte Nikolaus Fecht, Fachjournalist aus Gelsenkirchen.

Weitere Informationen: Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation GmbH, Metav 2018: Halle 14, Stand D64

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45131107 / Zerspanung)

Themen-Newsletter Produktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Rodeln auf Rädern

Bremsen

Rodeln auf Rädern

08.01.19 - Rodeln ohne Schnee? Diesen Freizeitspaß will die Pistenbock GmbH mit dem Pistenbock-Cross ermöglichen. Hochwertige Komponenten wie die Rotationsbremsen von ACE Stoßdämpfer helfen, unerwartete Lenkeinschläge zu dämpfen und den Lenkverlauf insgesamt zugunsten von Fahrkomfort und Sicherheit zu glätten. lesen

Blockchain-Technologie einfach erklärt – Definition & Anwendungen

Datenspeicherung – verteilte Netzwerke

Blockchain-Technologie einfach erklärt – Definition & Anwendungen

16.01.19 - Was ist Blockchain-Technologie und was kann die Blockchain überhaupt? Hier erfahren Sie, was Sie zum Thema wissen müssen – die Grundlagen, die Funktionsweise und die Anwendungsbereiche von Blockchain einfach erklärt auf MM LOGISTIK! lesen

Leichte Hydraulikzylinder in Serie

Hydraulikzylinder

Leichte Hydraulikzylinder in Serie

10.01.19 - Hydraulische Aktoren bewegen große Massen, sodass wegen der hohen Belastung die Zylinderrohre und Kolbenstangen meist aus Stahl gefertigt sind. Mit kohlefaserverstärkten Hydraulikzylindern lassen sich allerdings bis zu 70 % Gewicht einsparen. Doch beim Einsatz ist einiges zu beachten und die Serienfertigung erfordert viel Know-how. lesen