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Fertigungseffizienz Digitaler Zwilling von Verbesserungsmaßnahmen zeigt Einsparpotenzial

| Autor / Redakteur: André Geßner / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Eine OEE/KVP-Methode auf Basis einer um Messenger-Dienste angereicherten Betriebsdatenerfassung zeigt zusammen mit einem Maßnahmen-Management, wo das Einsparpotenzial im Shopfloor wirklich zu finden ist.

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Mit dem Proxia-Maßnahmenmanager können die „unproduktiven“ Zeiten (mit Rot gekennzeichnet, wie zum Beispiel Pausen, kein Personal, Einrichten der Maschine) minimiert und so der „grüne Bereich“ (Verfügbarkeit der Maschinen) im Sinne des Produktions-OEEs erhöht werden.
Mit dem Proxia-Maßnahmenmanager können die „unproduktiven“ Zeiten (mit Rot gekennzeichnet, wie zum Beispiel Pausen, kein Personal, Einrichten der Maschine) minimiert und so der „grüne Bereich“ (Verfügbarkeit der Maschinen) im Sinne des Produktions-OEEs erhöht werden.
(Bild: ©Gecko Studio - stock.adobe.com)

Die OEE (Overall Equipment Effectiveness) ist jene Kennzahl in der Produktion, auf die alle Augen gerichtet sind. Vereinfacht gesprochen i, st die OEE das Produkt aus Verfügbarkeit, Leistung und Qualität eines Maschinenverbunds. Doch haben die Beiträge zu OEE – typischerweise bei Werten zwischen 75 % und 100 % liegend – unterschiedliche Einflusskraft. Gerade dann, wenn es darum geht, im Sinne von MES und Kaizen die OEE in die Höhe zu treiben.

Treibendes Moment für die OEE ist die Verfügbarkeit

Betrachtet wir doch einmal die Detailkennzahlen, aus denen sich die OEE zusammensetzt, im Einzelnen:

  • Die Qualität: In vielen Fertigungsbetrieben wird seit vielen Jahren ein dezidiertes Qualitätsmanagement betrieben, mit dem schönen Ergebnis, dass die relativen Werte für Qualität bereits dicht an der 100-Prozent-Marke (Note 1,0) liegen. Wesentliche Verbesserungen sind hier also nicht zu erwarten. Und das ist auch gut so, schließlich steckt dahinter unser Anspruch an „Made in Germany“.
  • Die Leistung: Ohne Zweifel, die Leistung ist eine wesentliche Kenngröße von Großserienfertigern, aber für den klassischen Maschinenbau und Sondermaschinenbau mit ihren überschaubaren Stückzahlen bietet sie wenig Ansatzpunkte. Denn die Performance der Maschinen gibt im Wesentlichen die Leistung vor, und diese ist technologiebedingt. So wurde ja ganz bewusst eine Fräsmaschine mit einer bestimmten Zerspanungsleistung gekauft. Und die ist, wie sie ist.
  • Die Verfügbarkeit: Sie bleibt als treibendes Moment übrig, wenn wir Leistung und Qualität, wie oben beschrieben, betrachten. Die Verfügbarkeit der Maschinen ist das zentrale Element bei der Optimierung der OEE. Der Annahme folgend, dass Qualität und Leistung im Verhältnis zur Verfügbarkeit nur eine sehr geringe Varianz aufweisen, ist eine gesteigerte Anlagenverfügbarkeit der Schlüssel zu einer verbesserten OEE. Daher nimmt die PROXIA OEE/KVP-Methode die Verfügbarkeit besonders ins Visier.

Mit dem Maßnahmen-Manager 100 % Verfügbarkeit im Visier

Proxia hat nun einen Maßnahmen-Manager auf den Markt gebracht, um im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) prozesssicher die Ergebnisse zu validieren und verifizieren. Mit dem Maßnahmen-Manager kommt der Anwender genau jenen Beiträgen auf die Spur, die das 100-Prozent-Ziel der Verfügbarkeit bisher vereitelten.

ERP-System ist beschränkt nutzbar

Das ERP-System ist nur am „grünen Bereich“ der Verfügbarkeit interessiert („Maschine im Span“), denn diese Angaben sind kalkulatorisch relevant. Rot indes steht für all die „unproduktiven“ Zeiten wie Pausen, Einrichten, kein Personal, kein Material oder Kran fehlt. Diese Zeiten können aber zunächst Keinem in Rechnung gestellt werden. Deren Minimierung jedoch bringt uns sukzessive an die 100 % Verfügbarkeit heran.

Ganz wichtig: Dieses „Rot“ ist nicht in Stein gemeißelt – es kann in Produktionserlöse umgemünzt werden! Die Technik von Proxia ermöglicht es, die einzelnen Fehlbeiträge akribisch zu erfassen und gezielt an deren Eliminierung zu arbeiten – salopp formuliert: „Aus Rot wird Bunt“.

Augen und Ohren als Sensoren für den KVP

Ein KVP-Regelkreis setzt sich nach dem aktuellem Stand des

modernen Methodenverständnisses aus Planen, Durchführen, Checken und Anwenden zusammen. Seitens des „Anwendens“ spielt Proxia MDE, seitens des „Checkens“ der Proxia-Maßnahmen-Manager die zentrale Rolle. Die Maschinendatenerfassung stellt dem Mitarbeiter an der Maschine nicht nur alle für die Auftragsbearbeitung notwendigen Daten zur Verfügung (per Pull-Prinzip), sondern gewährleistet auch durch Messenger-Dienste und bidirektionale Anbindung mit dem MES von Proxia, dass er intuitiv Bemerkungen über Missstände kommunizieren kann (Push-Prinzip). Das MES nutzt dabei die Augen und Ohren der Mitarbeiter quasi als Sensoren für die Aufnahme der Ist-Prozesse, um so die Gründe für die Stillstandszeiten der Anlagen zu dokumentieren. Über den Maßnahmen-Manager ordnet der KVP-Verantwortliche den Ursachen der Fehlzeiten bestimmte Kategorien zu. Auf einen Blick kann er sie somit bewerten und Maßnahmen ableiten. Damit lassen sich auch „Produktivitätstrichter“ (Produktivitätseinbrüche) rund um den Schichtwechsel dingfest machen, zum Beispiel, dass infolge der Übergabe der Gabelstapler eine halbe Stunde keine Transporte stattfinden.

Digitaler Zwilling der Maßnahme zur Ergebnisüberprüfung

Jede Verbesserungsmaßnahme muss der KVP-Verantwortliche immer wieder überprüfen, ob sie noch sinnvoll ist oder bereits durch andere Maßnahmen an Wirkung verloren hat (KVP-Zirkel). Die Messenger-Dienste der MDE/BDE-Software helfen ihm dabei, in seinem Gestaltungsraum die Prozesse zielgerichtet anzupassen. Das bedingt, die Maßnahmen vollständig zu digitalisieren. Proxia spricht hier von der Erstellung des „digitalen Zwillings einer Maßnahme“. Dieser, zunächst kurios klingende Begriff beinhaltet die verantwortliche Person, Maßnahmenziel, Wiedervorlagetermin sowie Start- und Endzeitpunkt. Verschiedene Maßnahmen lassen sich mit dem Maßnahmenmanager gruppieren, etwa zur „Optimierung des Maschinenparks“ oder „Einführung eines CAD/CAM-Systems“. Zieldefinitionen werden in Freitexten formuliert, zum Beispiel: „Maschinen stehen häufig in den Pausen still, obwohl Teile mit langer Laufzeit diese überbrücken könnten.“ Zur Visualisierung wird eine Art Informationsblase um jede Maßnahme gebildet, beispielsweise aufgelöst nach Tagesschichten. Es lassen sich Dokumente zuordnen und Maßnahmen in der Zeitachse verorten. Der digitale Zwilling der Maßnahmen kann direkt den Ergebnissen von Monitoring-Tools gegenübergestellt werden (Beispiel: Wie viele Stunden täglich tatsächlich mannlos gefertigt werden). Derartige Multimomentaufnahmen werden besonders von der Betriebsleitung und der Geschäftsführung geschätzt .

* Weitere Informationen: Proxia Software AG, 85560 Ebersberg, Tel. (0 80 92) 23 23-0,

* info@proxia.com

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