Elektromobilität E-Fahrzeuge verlangen mehr von der Endmontage

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Für die Produktion von E-Fahrzeugen rüsten Automobilisten derzeit auf – so auch VW Zwickau. Mit den digitalen Lösungen für die Endmontage von Dürr hat VW sein Werk nachhaltig modernisiert.

Die neu installierten 4-Arm-Gehänge von Dürr transportieren die E-Fahrzeuge im Zwickauer Werk.
Die neu installierten 4-Arm-Gehänge von Dürr transportieren die E-Fahrzeuge im Zwickauer Werk.
(Bild: Volkswagen AG)

Für die Endmontage bedeutet der Systemwechsel hin zur Elektromobilität enorme strukturelle Veränderungen. Wie weitreichend diese sind, zeigt sich beim Umbau der Produktion von Volkswagen in Zwickau, in der seit Juni 2020 ausschließlich E-Fahrzeuge vom Band rollen – zukünftig sollen es bis zu 330.000 Stück pro Jahr sein. Auf die neuen Herausforderungen in der Endmontage reagierte Dürr mit der Strategie Next.assembly für das Endmontagegeschäft: Sie bündelt die Kompetenzen in allen Bereichen von der Planung und Beratung über die Förder-, Klebe-, Montage- und Befülltechnik bis hin zu den Prüfständen am Bandstraßenende und den passenden digitalen Lösungen für die Endmontage. Herstellern eröffnet das für ihre Elektro-Offensiven die Möglichkeit, für die Endmontage wahlweise Einzelbestandteile aus einem modularen Baukasten oder eine optimierte Gesamtlösung auszuwählen.

Das Scheibenzentrum für die Fertigung des modularen Elektro-Baukastens (MEB) wurde im Zuge des Werkumbaus hochautomatisiert. Zukünftig läuft alles vollautomatisch: die Zuführung der Großscheiben aus sequenzierten Transportbehältern und der Seitenscheiben aus sortenreinen Transportbehältern über das Logistikmodul, der Klebstoffauftrag sowie die Montage der Großscheiben im Taktbetrieb und der Seitenscheiben im Fließbetrieb. Bislang konnten Seitenscheiben nur im Stop-and-Go-Modus automatisiert eingebaut werden. Das ändert das von Dürr in enger Kooperation mit Volkswagen entwickelte „Line Tracking“-Verfahren, bei dem sich die Karosserien auf Schubplattformen kontinuierlich weiterbewegen, während Roboter die Seitenscheiben einkleben. Ein Vorteil sind erhebliche Kostensenkungen, da die Fördertechnik nicht mehr an den Taktbetrieb angepasst werden muss. Außerdem ist der Standort flexibel wählbar, denn die Seitenscheibenklebeanlage lässt sich an jeder beliebigen Stelle in der Montagelinie integrieren.