Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Energieeffizienz

Energiesparfüchse sind am Werk

11.12.2009 | Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Bernhard Kuttkat

Siemens entwickelt Systeme zum Energiemanagement bei Werkzeugmaschinen, von der intelligenten Einspeisung über den Motor mit besserem Wirkungsgrad bis hin zur energieeffizienten Maschinenoptimierung. Bild: Siemens
Siemens entwickelt Systeme zum Energiemanagement bei Werkzeugmaschinen, von der intelligenten Einspeisung über den Motor mit besserem Wirkungsgrad bis hin zur energieeffizienten Maschinenoptimierung. Bild: Siemens

Fachleute schätzen, dass die in Deutschland installierten spanenden Werkzeugmaschinen einen Anteil von 10 bis 15% am Gesamtstromverbrauch der Industrie haben. Viel zu viel, meint die EU-Kommission. Deshalb sind Hersteller dabei, den Energiehunger ihrer Maschinen einzudämmen.

Bisher kümmerte es weder Maschinen- und Komponenten-Hersteller noch Anwender, wie hoch der Energieverbrauch der Produkte eigentlich ist, wie Carl Martin Welcker, Vorsitzender des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) in Frankfurt, konstatiert: „In den vergangenen Jahren sind die technischen Leistungsdaten von Werkzeugmaschinen den Kundenanforderungen nach mehr Produktivität und geringeren Stückkosten gefolgt. Der Energieverbrauch stand dabei ganz eindeutig nicht im Fokus. Sicher können heute bereits hocheffiziente Komponenten in den Maschinen eingesetzt werden. Jedoch hat der Markt die damit verbundenen höheren Investitionskosten bisher nicht akzeptiert, obwohl sie sich im laufenden Betrieb amortisieren würden.“

Energieeffizienz jetzt bei Werkzeugmaschinen gefragt

Mittlerweile hat allerdings ein Umdenken stattgefunden, auch bei den Anwendern, denn einer Untersuchung des PTW der Technischen Universität Darmstadt zufolge beträgt der Energieverbrauch einer Werkzeugmaschine immerhin bis zu 20% ihrer Lebenszykluskosten. Weniger Energiehunger der Maschinen bringt also bares Geld in die Kassen.

Wo und wie also lässt sich die Energieeffizienz von Werkzeugmaschinen steigern? Prof. Dr.-Ing. Christian Brecher, Leiter des Lehrstuhls für Werkzeugmaschinen am WZL der RWTH Aachen, nennt Einsparpotenziale, die bereits bei der bestehenden Generation von Werkzeugmaschinen erschlossen werden können: „Vielfach werden Werkzeugmaschinen oder einzelne Aggregate der Maschine beispielsweise in Pausenzeiten oder während organisatorischer Stillstände in Betriebspunkte gefahren, die weit außerhalb der ursprünglichen Auslegung liegen. Das führt zu schlechten Wirkungsgraden der Werkzeugmaschine, insbesondere in Nebenzeiten. Gelingt es, die Anwender auf solche Betriebspunkte aufmerksam zu machen, können diese gezielt Maßnahmen zu deren Vermeidung einleiten.“

Neben einfachen Messungen des Energieverbrauchs könnte dies seiner Meinung nach auch durch die Erweiterung der CAD/CAM-NC-Kette im Hinblick auf eine simulative Verbrauchsabschätzung oder durch die Visualisierung von werkstückbezogenen Verbrauchswerten, ähnlich der Stückzeit, in der Maschinensteuerung erfolgen. Weiteres Einsparpotenzial sieht Brecher in der Kühlschmierstoffversorgung: „Moderne Werkzeuge erlauben häufig eine deutliche Reduktion des Bedarfs bei gleichzeitig geringerem Förderdruck. Eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Kühlschmierstoff verspricht daher deutliche Einsparpotenziale.“

Vielfältige Möglichkeiter zur Steigerung der Energieeffizienz

Auch und gerade bei Neuentwicklungen bietet sich eine Vielzahl von effizienzsteigernden Möglichkeiten an, angefangen von einer konsequenten Reduktion der bewegten Massen über optimierte Komponenten im mechanischen Antriebsstrang bis hin zu optimierten Komponenten im elektrischen Teil des Antriebsstrangs.

 

Energieeffizienz ganzheitlich betrachten

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 324438 / Zerspanung)

Themen-Newsletter Produktion abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Industrial Usability 2019

Das Anwendererlebnis im Mittelpunkt

Wie sieht eine erfolgreiche UX-Strategie aus? Ein Glück in Sachen Alleinstellungsmerkmal: Eine für alle, die gibt es nicht. Dieses Dossier bietet verschiedene aktuelle Ansätze und Trends in der Industrial Usability. lesen

Effizienzsteigerung

Mit Künstlicher Intelligenz erfolgreich durchstarten

Wie Sie Ihr erstes KI-Projekt starten, wie sich die Branche verändern wird und welche Best Practices es heute schon gibt – hier finden Sie die Fakten und das nötige Grundlagenwissen! lesen