Zulieferforum 2012

Erfolgreiche Internationalisierung im Mittelstand braucht optimale Rahmenbedingungen

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70% des Umsatzes werden durch den direkten und indirekten Export erzielt, aber das reicht für die Standortsicherung oft nicht mehr aus. Deshalb steigt der Globalisierungsgrad in der Branche an. Im Fokus des Auslandsengagements stehen bei den Unternehmen vor allem China, Indien, Lateinamerika und Russland, die Märkte also, in die sich die Automobilproduktion in rasantem Tempo

verlagert. Selbst in der Krise, als die Investitionen insgesamt rückläufig waren, sind die Auslandsinvestitionen der deutschen Unternehmen gestiegen. Betrugen die Auslandsinvestitionen

beispielsweise in der Stahl- und Metallverarbeitung 2006 3,7 Mrd. Euro, so stiegen sie bis 2009 um 40% auf 5,2 Mrd. Euro.

Zulieferfirmen der ArGeZ haben mehr als 1000 Produktionsstätten weltweit

Inzwischen haben die 10.000 Zulieferfirmen der ArGeZ über 1000 Produktionsstätten weltweit, die Anzahl der Vertriebsgesellschaften im Ausland liegt deutlich darüber. Der überwiegende Teil wird als

Joint-Ventures geführt, da insbesondere Schwellenländer an Know-how-Transfer interessiert sind und ihre heimische Industrie über Local-Content-Vorschriften fördern.

Genau darin aber sieht Michael Schädlich eine Gefahr, da unfreiwilliger Technologietransfer eher zu- als abnehme. Kopieren gelte gerade in China als Kompliment. „Um den Patentschutz und die Durchsetzung ihrer Schutzrechte vor Ort müssen sich deutsche Unternehmer intensiv kümmern.“

Schädlich zeigte sich trotz aller Hürden überzeugt, dass auch der Mittelstand global erfolgreich ist und somit Arbeitsplätzen in Deutschland sichert. Auch die im Herbst 2011 veröffentlichte Studie „Die Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland“ des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen, die den Schritt ins Ausland wagen, ihre Wettbewerbsfähigkeit positiver beurteilen als Unternehmen, die nur im Inland produzieren.

Für 2012 weiteres Wachstum erwartet

ArGeZ-Sprecher Theodor L. Tutmann stellte die Wirtschaftsentwicklung der Branche dar. Nach vorläufigen Berechnungen ist die Produktion der Zulieferindustrie 2011 gegenüber dem Vorjahr um

rund 13% gewachsen. Der Umsatz in der Branche betrug in den ersten 11 Monaten schon über

206 Mrd. Euro (2010: 190 Mrd. Euro). „Wir gehen davon aus, dass wir 2011 das Vorkrisenniveau des

Jahres 2008 überschritten haben.“

In den letzten beiden Jahren konnten die Umsatzverluste von 2009 (minus 22%) wieder ausgeglichen werden. Die Beschäftigung in der Branche hat sich ebenfalls positiv entwickelt: Die Zahl der Beschäftigten lag im November 2011 mit 953.000 5% über dem Gesamtjahr 2010, es wurden rund 50.000 neue Stellen geschaffen.

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