Fertigungskette

Fabrikneubau als Chance für die Smart Factory

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Im Mittelpunkt: Die Anforderungen der Kunden

Gemeinsam mit den Porsche-Beratern entwickelte das Team um Dr. Sabine Hempen, Leiterin der „Group Production Systems“ bei Wilo, ein neues Produktionskonzept, das deutlich transparenter, schneller und flexibler ist als das vorhandene.

Dabei standen die Kunden- und Marktanforderungen im Zentrum, wie Dr. Markus Beukenberg, Chief Technology Officer (CTO) der Wilo SE, erläutert: „Wir rechnen damit, dass – nicht zuletzt getrieben durch die Digitalisierung – die Faktoren Schnelligkeit und Flexibilität in Zukunft nochmals wichtiger sind als heute. Darauf haben wir die Produktionsprozesse ausgerichtet: Wir können künftig sehr viel schneller auf veränderte Kunden- und Marktbedürfnisse reagieren – weil wir durchgängig effiziente Prozesse vom Lieferanten bis zum Kunden nutzen. Diese Effizienz und Flexibilität ist unter anderem messbar in geringen Beständen und kurzen Produktionsdurchlaufzeiten.“

In Zukunft: Durchlaufzeit auf ein Sechstel reduziert

Was das konkret heißt, erklärt Sabine Hempen: „Wir werden in der neuen Fabrik mit radikal verkürzten Durchlaufzeiten arbeiten. Statt bisher dreißig Tage wird es maximal fünf Tage dauern von der Anlieferung der Zukaufteile bis zum Versand der fertigen Pumpe – und einen Tag für den Durchlauf durch die Produktion. Deshalb haben wir das Projekt prägnant ‚Produktion 5+1‘ genannt.“

Damit einher geheen laut Hempen eine deutlich schlankere Produktion und eine massive Senkung des Warenbestands in der gesamten Fertigungskette. Auf übervolle Lager für Rohmaterial und Zwischenprodukte kann man künftig verzichten. Stattdessen sollen die benötigten Teile immer genau dann verfügbar sein, wenn sie verbaut werden.

Das setzt eine sehr viel präzisere durchgängige Planung nach einem von Porsche Consulting entwickelten Prinzip voraus, das eine Steigerung der Lieferfähigkeit zur Folge hat – und eine sehr viel engere Einbindung der Zulieferer, die nun in kürzerer Taktung exakt das liefern, was an den Wilo-Montagestationen benötigt wird. Hier stand, das wird mit einem Blick auf die Anlagen deutlich, die Automobilindustrie Pate. Das gilt auch für die wegeoptimierte Fertigung.

Markus Beukenberg betont: „Die Automobilhersteller produzieren schon lange mit großer Varianz in Losgröße eins. Davon können wir lernen und den Kunden damit innerhalb sehr kurzer Zeit exakt das Pumpensystem liefern, das sie wünschen – gefertigt in Deutschland und nach höchsten Qualitätsansprüchen.“ Dabei sieht sich Wilo als digitalen Pionier in der Pumpenwelt, der Prozesse gestalten will – bei den Produkten, die im Sinne des „Internets der Dinge“ immer häufiger über digitale Schnittstellen verfügen, aber auch in der Produktion, die künftig den Grundprinzipien von Industrie 4.0 folgen wird.

Diese Prozesse sind für Wilo neu, sofern sie sich auf die Produktion beziehen, und sie werden in den ersten Fertigungsbereichen bereits erprobt – in einer Pilotumgebung, die noch in temporären Leichtbauhallen auf dem Firmengelände untergebracht ist. Bei diesem Piloten geht es aber nicht nur um das Üben der Prozesse, sondern auch um die Kommunikation mit den Mitarbeitern: Ihr Unternehmen und auch ihr Arbeitsplatz, so viel steht fest, wird sich verändern.

Wilo befindet sich in einer Transformation und die Mitarbeiter sollen so früh wie möglich sehen und erleben, wohin die Reise geht. Dass sie davon profitieren, steht für das Unternehmen fest: Sie werden unter besten Bedingungen in einer hochmodernen und -effizienten Fabrik arbeiten, immer mit dem Wissen, dass sich Wilo aktiv zum Produktionsstandort Deutschland bekennt.

* Gerald Scheffels arbeitet als freier Journalist in Wuppertal. Weitere Informationen: Pressebüro Gerald Scheffels, Kronprinzenallee 101 in 42119 Wuppertal, gs@pb-scheffels.de, www.pb-scheffels.de

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