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Amada

Flexible Faserlaser der nächsten Generation

| Autor/ Redakteur: Nicole Willuhn / M.A. Frauke Finus

Seit der ersten Präsentation einer Laserschneidanlage im Jahr 1980 hat Amada sein Produktportfolio stetig ausgebaut. Neben dem Aufgreifen aktueller Branchentrends wagt der Hersteller immer häufiger auch eigene Wege. Inzwischen hat er neben seiner hauptsächlichen Serie fürs Faserlaserschneiden parallel ein neues Verfahren auf den Markt gebracht, das den Laserstrahl erstmalig in Mustern pendeln lässt.

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Das neuartige Verfahren der Ventis ermöglicht erstmalig eine Laserbearbeitung in verschiedenen Pendelmustern.
Das neuartige Verfahren der Ventis ermöglicht erstmalig eine Laserbearbeitung in verschiedenen Pendelmustern.
(Bild: Amada)

Bereits früh setzte Amada das Vertrauen in eigene Entwicklungskompetenzen. Heute wird besonders im Bereich der Faserlaserbearbeitung verstärkt in Forschung und Entwicklung investiert, um unter anderem Resonator und Maschine bestmöglich aufeinander abzustimmen und so eine optimale Strahlqualität zu erzielen. Ausbuchstabiert findet sich der Ansatz, mit eigenen Entwicklungen die potenziell besten Ergebnisse erzielen zu können, beispielsweise bei der Ensis-Baureihe, die Amadas erfolgreichste Faserlaserschneidmaschine (3, 6 und 9 kW) darstellt.

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Für den als flexiblen Allrounder konzipierten Faserschneidlaser werden ausschließlich Amada-Strahlquellen verwendet, ein eigenes patentiertes Verfahren wie die „variable Strahlanpassung“ (auch „variable beam control“ genannt) sowie die Autokollimationseinheit stimmen den Laserstrahl genau auf die individuellen Materialanforderungen ab. Bei dünnen Materialien wird beispielsweise ein dünner Strahl mit hoher Energiedichte und Geschwindigkeit eingesetzt, während bei Dickblech mit einer breiteren Schnittfuge geschnitten werden kann, um die Schlacke erleichtert auszutreiben. Kunden des Herstellers nutzen zum Beispiel die Ensis-AJ daher häufig in Kontexten, bei denen hohe Leistung beziehungsweise Flexibilität gefragt ist. Der Erfolg gibt dem Hersteller Recht: Der Ensis-Faserlaser gewann mehrfach verschiedene Technologiepreise, so unter anderem auch den renommierten „MM-Award“ und verzeichnet steigende Nachfrage. Das Ensis-Prinzip wird von Amada nicht nur im Bereich des Faserlaserschneidens (Ensis-AJ) sondern auch im Bereich robotisiertes Faserlaserschweißen (FLW-Ensis), wie auch in der Rohr- und Profilbearbeitung (Ensis-RI) eingesetzt.

Laserbearbeitung in Pendelmustern für mehr Produktivität

Neben dem aktuellen Branchentrend zu „mehr ist mehr“ mit hohen Leistungsklassen im 6- und 9-kW-Bereich, entwickelt man parallel neue Technologien für die niedrigeren Leistungsklassen, wie die Vorstellung des Faserlasers Ventis auf der vergangenen Euroblech zeigte. „Das neuartige Verfahren der MM-Award-prämierten Maschine ermöglicht erstmalig eine Laserbearbeitung in verschiedenen Pendelmustern und mit nur 4 kW eine Leistungsstärke zu entwickeln, die stellenweise an jene höherer Leistungsklassen heranreicht. Die Schnittgeschwindigkeiten bei Edelstahl und Aluminium etwa sind deutlich schneller als bei konventionellen Festkörperlasern und in manchen Fällen mit 6- oder 8-kW-Leistung vergleichbar, bei deutlich geringerer Leistungsaufnahme. Uns fiel auf, dass die Ventis besonders bei diesen Materialien ihre Stärken ausspielt“, berichtet Axel Willuhn, Produktmanager für Lasertechnologien bei Amada.

In praxisnahen Testreihen ließen sich Potenziale zur Produktivitätssteigerung, Einsparungspotenziale bei den Betriebskosten und Geschwindigkeitsvorteile zu einem konventionellen 4-kW-Festkörperlaser belegen. In Abhängigkeit von Materialart, Materialstärke und Teilegeometrie ergaben sich beispielsweise beim Schneiden unter Verwendung von Stickstoff als Schneidgas signifikante Produktivitätssteigerungen (bei Edelstahl teilweise mehr als 250 %, Aluminium bis zu 150 %, Normalstahl bis zu 100 %). Ebenso ließ sich eine Betriebskostenersparnis von bis zu 70 % beim Stickstoffschnitt von Edelstahl, beim Schneiden von Aluminium von bis zu 60 % nachweisen. Im Vergleich zu konventionellen 4-, 5- und 8-kW-Festkörperlasern zeigte die Ventis im Praxisvergleich überdies eine deutlich reduzierte Gratbildung. Durch anpassbare Lasermodi soll dem Anwender die maximale Anpassung an seine Fertigungsaufgabe geboten werden. So gibt es einen Produktivitätsmodus für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung von Edelstahl und Aluminium, einen Qualitätsmodus für Schnittergebnisse mit reduzierter beziehungsweise hinfälliger Nachbearbeitung und einen sogennnten „Kerf Control Modus“, in dem die Schnittfugenbreite angepasst werden kann. Die Strahlbreite kann bis zu einem Faktor von 2,3 breiter ausfallen als bei konventionellen Faserlasern.

Material in der Fuge schnell und sicher aufschmelzen

Letzteres eröffnet Vorteile bei der Bearbeitung schwieriger Konturen wie auch dem auf Wunsch voll automatisierbaren Entnehmen der Gutteile. Durch das Pendeln des Strahls kann das Material in der Fuge schnell und sicher aufgeschmolzen und aus der Fuge ausgetrieben werden. „Dies führt zu hohen Schnittgüten wie einen fast gratfreien Schnitt“, so Willuhn. „Wie schon bei der Ensis-Baureihe ist auch bei der Ventis die Resonator-Eigenentwicklung und die Entwicklung eines weiteren patentierten Verfahrens, in diesem Fall der der neuen LBC-Technologie, entscheidend für die Potenziale der Faserlaserschneidanlage gewesen.“ Amada wolle damit Maßstäbe in Sachen Schnelligkeit und Qualität setzen. Es sollen die unterschiedlichen Ansprüche an die Fertigung vollständig bedient werden.

Amada auf der Blechexpo: Halle 3, Stand 3307

Weitere Meldungen zur Blechexpo finden Sie in unserem Special.

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