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Als Partner holte die Firma das CBP ins Boot. „Wir haben sowohl das Know-how für biotechnologische als auch das für chemische Verfahren – und erfüllen alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung“, freut sich Gerd Unkelbach, Leiter des CBP. „Wir können beispielsweise Isobuten handhaben: wenn es mit Luft zusammen kommt, bilden sich explosionsfähige Gemische.“
Pilotanlage entsteht in Leuna
Ab Herbst 2014 ensteht im Technikum des CBP auf 600 m² die Pilotanlage, die nach einem Jahr Aufbau einsatzbereit sein soll. Der Ablauf der Prozesse in großem Maßstab ist ähnlich wie im Labor: Zucker und der Mikroorganismus kommen in einen Fermenter, der den Zucker zu gasförmigem Isobuten umsetzt. Das Isobuten wird abgetrennt, aufgereinigt, verflüssigt und abgefüllt. Ist die Übertragung vom Labor in die Pilotanlage geschafft, soll die Anlage bis zu 100 t Isobuten pro Jahr produzieren.
Zucker als Rohstoff hat im Vergleich zum Erdöl einen großen Vorteil: Er wächst nach. Allerdings steht die Isobuten-Herstellung damit in Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie, denn der Zucker, der in der Pilotanlage landet, geht als Nahrungsmittel verloren. Deshalb wollen die Forscher künftig umsatteln: Weg vom Zucker aus Zuckerrüben, hin zu Zucker aus nachwachsenden Rohstoffen, die nicht für Lebensmittel geeignet sind, wie beispielsweise Holz.
Zucker soll nicht aus der Nahrungsmittelproduktion stammen
„Der Zucker, den wir verwenden, ist somit unabhängig von der Nahrungsmittelproduktion“, erläutert Unkelbach. Die technologische Grundlage dafür ist am CPB bereits vorhanden: In der Lignozellulose-Bioraffinerie. Hier spalten die Forscher Holz in seine Bestandteile auf: In Zellulose, also Zucker, Hemizellulosen und Lignin.
Auf der Industrial Greentec vom 7. bis 11. April in Hannover, einer Teilmesse der Hannover Messe 2014, stellen die Forscher die neuartige Pilotanlage vor (Halle 6, Stand J18).
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