Werkstoffe

Glasfaserbeton als Alternative zu Kunststoff und Stahl

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Anforderungen an den Werkstoff sind vielfältig

Die Vorbereitungsphase wurde gemeinsam durchgeführt. Die Anforderungen an den Werkstoff sind vielfältig: Musskriterien für den glasfaserverstärkten Beton sind beispielsweise chemische Beständigkeit gegen gängige Säuren und Laugen wie HF, HCl, H2SO4, NaOH, mechanische Festigkeit vergleichbar mit PE-FR, Temperatureinsatzbereich -20 bis 100 °C, die Herstellkosten der Betonlösung sollen kleiner sein als die der Kunststofflösung, UV-Beständigkeit, Schwerentflammbarkeit nach DIN 4102 B1, Gase mit 0 bis 100 % Feuchtegehalt förderbar.

Die Konstruktionsphase zur Lösungsfindung für das Gehäusedesign war geprägt durch eine Vielzahl paralleler Arbeiten. Zum einen musste das Material Beton durch die G-Tecz so modifiziert werden, dass es sehr fließfähig, jedoch auch chemisch beständig ist. Zum anderen wurden die Schalungen zum Gießen bereits auf der neu zu beschaffenden Rapid-Prototyping-Maschine erzeugt. Die Software musste an diese Anwendung mit externer Hilfe angepasst werden.

„Die Kompetenzen der sehr unterschiedlichen Partner ergänzen sich hervorragend“, schwärmt Mauch über die sehr gute Zusammenarbeit. Sowohl das materialtechnische Know-how der G-Tecz als auch die Möglichkeiten einer sehr raschen Erstellung neuer Prototypen über den 3D-Druck bei der THM sind bestens geeignet, auf den Versuchsständen der Hürner-Funken GmbH die Ergebnisse rasch zu bewerten.

Einsatz in der chemischen und pharmazeutischen Industrie

Den Produkteinsatz planten die Projektpartner auch gemeinsam: Die Anwendungsbereiche des speziellen glasfaserverstärkten Betons sind Ventilatorengehäuse für die chemische und pharmazeutische Industrie sowie für Institute und Laboratorien. Zielgruppen sind Anlagenbauer, Handwerksbetriebe und Endkunden zur Installation der Ventilatoren in und außerhalb von Gebäuden. Am Gehäuse sind saug- und druckseitige Kunststoffmanschetten beziehungsweise Flansche angebracht. Der Ventilator muss schwingungstechnisch gegen die Weiterleitung von Körperschall isoliert werden. Die Gestell-, Lager- und Motormontage ist ähnlich wie bei den Standardgeräten. Bei Atex-Ventilatoren muss jedes elektrostatisch aufladbare Gehäuse geerdet sein.

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