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Hausausstellung Hermle erwartet dank Auftragsbestand aus 2018 ein stabiles 2019

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Hermle schließt das Geschäftsjahr mit einem um fast 10 % erhöhten Auftragseingang. Trotz erwarteten Bestellrückgang ist für 2019 ein leichtes Umsatzplus möglich.

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„Ben the Bear“ wird auf einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum C 42 aus einem schwarzen POM-Block aus dem Vollen gefräst.
„Ben the Bear“ wird auf einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum C 42 aus einem schwarzen POM-Block aus dem Vollen gefräst.
(Bild: Sonnenberg )

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG wuchs 2018 spürbar. Der Auftragseingang des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers stieg gegenüber dem Vorjahr konzernweit um 9,9 % auf 475,9 Mio. Euro. Gefragt waren sowohl Einstiegsmaschinen der Hermle-Performance-Line als auch die dynamischen Bearbeitungszentren der High-Performance-Line. Eine zunehmend wichtige Rolle spielten zudem Automatisierungs- und Digitalisierungsbausteine.

Hermle-Konzernumsatz wuchs auf Höchstwert

Der Hermle-Konzernumsatz wuchs 2018 um 12,7 % auf einen neuen Höchstwert von 452,9 Mio. Euro (Vorjahr 402,0 Mio. Euro). Im Inland nahm das Geschäftsvolumen um 11,1 % auf 186,8 Mio. Euro zu (Vorjahr 168,2 Mio. Euro) und im Ausland um 13,8 % auf 266,1 Mio. Euro (Vorjahr 233,8 Mio. Euro). Damit vergrößerte sich die Exportquote leicht von 58,2 % auf 58,8 %. Die Kapazitätsauslastung des Unternehmens bewegte sich das gesamte Jahr über am oberen Ende.

Schwerpunkt auf Automation und Digitalisierung

Um die technologische Stellung im Bereich 5-Achs-Bearbeitung zu festigen, setzte Hermle die Entwicklungsaktivitäten im vergangenen Jahr auf hohem Niveau fort. Die Schwerpunkte lagen neben der kontinuierlichen Optimierung der Maschinenbaureihen auf den Themen Automation und Digitalisierung. Hierfür wurden 2018 verschiedene Hard- und Software-Bausteine entwickelt und am Markt präsentiert. Auch im laufenden Jahr stellt Hermle entsprechende Komponenten vor. Darüber hinaus wurde die additive Fertigungstechnologie von Hermle (MPA-Verfahren), die das Unternehmen seinen Kunden als Dienstleistung anbietet, an ein neues Maschinenmodell adaptiert. Ein entsprechender Prototyp geht 2019 in Betrieb. Ziel ist es, dieses innovative Produktionsverfahren, das neue Freiräume und Dimensionen bei der Teileherstellung eröffnet, mehr Kunden als Dienstleistung zur Verfügung zu stellen.

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Auch die Aktivitäten im Ausland baut Hermle systematisch aus. Ende 2018 wurde am zweiten russischen Standort Uljanovsk in einer Freihandelszone ein neues Gebäude bezogen. Neben der Ersatzteilversorgung der Kunden in der Region sollen dort ein Vorführzentrum und Kapazitäten zur Maschinenüberholung entstehen. 2019 ist unter anderem geplant, Service und Vertrieb in den USA zu erweitern. Darüber hinaus sollen zwei neue Tochtergesellschaften in Mexiko sowie im Asien-/Pazifikraum gegründet werden.

Mit den intensiven Entwicklungs- und Auslandsaktivitäten bereitet sich Hermle auch auf ein absehbar raueres Umfeld vor. Nachdem sich die Nachfrage 2018 nach einem überhitzten ersten Quartal im Jahresverlauf wie erwartet normalisierte, rechnet das Unternehmen 2019 mit einem Rückgang des Auftragseingangs um bis zu 20 %. Angesichts der politischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten können auch größere Einbußen nicht sicher ausgeschlossen werden. Dank des hohen Auftragsbestands aus 2018 hält es das Unternehmen aber für möglich, im laufenden Jahr eine noch stabile bis leicht positive Umsatzentwicklung – bestenfalls ein Plus von 5 % – und ein Betriebsergebnis etwa auf Vorjahresniveau zu erreichen, sofern sich die Rahmenbedingungen erwartungsgemäß darstellen. In den ersten Wochen des Jahres 2019 verlief das Geschäft im Rahmen der Planungen. Informationen über das gesamte erste Quartal 2019 veröffentlicht Hermle am 15. Mai 2019.

Kompaktes Robotersystem für fünf Maschinenmodelle

Seit das erste, kompakte Robotersystem von der Hermle-Leibinger Systemtechnik GmbH, eine 100% Tochter der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, entwickelt wurde, haben sich die Varianz und die Kundenansprüche um ein Vielfaches erhöht. Nicht nur, dass das Robotersystem RS 05 an zusätzliche Maschinenmodelle adaptiert werden soll, auch die Nachfrage nach individuellen Speicherlösungen sorgte für eine konsequente Weiterentwicklung des Systems. Zahlreiche Installationen belegen die erfolgreiche Automationslösung im Werkstückbereich bis 10 kg.

Roboter im Automatikbetrieb – mit zahlreichen Rohlingen auf den Matrizenablagen in den Teleskopschubladen im Speichermodul.
Roboter im Automatikbetrieb – mit zahlreichen Rohlingen auf den Matrizenablagen in den Teleskopschubladen im Speichermodul.
(Bild: Hermle )

Die 2. Generation des RS 05 kann nun frontal (C 250, C 400 und C 32) oder auch seitlich (C 12 und C 22) an die Hermle-Bearbeitungszentren adaptiert werden. Mit einem Platzbedarf von knapp 2 m² baut das Robotersystem sehr kompakt. Das System kann je nach Anwendungsfall mit unterschiedlichsten Speichermodulen ausgestattet werden. Als System mit Einfachmatrize, einem Speicher mit fünf Teleskopschubladen mit Matrizenablage, einem Palettenspeicher oder auch als Kanban-System. Modularität steht an oberster Stelle.

Optimierter Zugang zum Arbeitsraum und Speicher

Mit einem für den Bediener optimierten Zugang, kann sowohl der Arbeitsraum wie auch der Speicher für manuelle Einricht- oder Prüfarbeiten erreicht werden. Der Roboter kann Rohlinge/Werkstücke und auch Paletten mit bis zu 10 kg Gewicht einwechseln. Er wird auch für das Matrizenhandling aus und in die verschiedenen Speicher benutzt, indem er mit einer Zug- und Schubvorrichtung, adaptiert am Greifer, die Matrizen aus dem Speicher herauszieht oder wieder hineinschiebt. Der Roboter kann mit Einfach- oder Doppelgreifer ausgestattet werden und besitzt zur Reinigung der Spannvorrichtung auch eine zusätzliche Abblaseinheit.

Mit dem Hermle Automation-Control-System kurz HACS bietet Hermle eine eigene Automationssoftware. HACS ist schon seit längerem erfolgreich an den Palettenwechsel- und Handlingsystemen und auch an Roboteranlagen von Hermle im Einsatz.

Anstehenden Aufgaben immer im Blick

Ein zusätzliches, schwenkbares Bedienpanel wurde am Rüstplatz adaptiert. Die einfach und intuitiv, per „Drag & Drop“ zu nutzende Bedienoberfläche erleichtert den täglichen Einsatz in der Produktion. Der Bediener hat jederzeit die für ihn anstehenden Aufgaben im Blick, heißt es. So ist eine möglichst störungsfreie Produktion gewährleistet. Die klare Struktur und der einfache Aufbau des Systems helfen, Fehler zu vermeiden. HACS ist voll in seine Arbeitsumgebung integriert. Die intuitiv bedienbare Software bietet sowohl am Rüstplatz, als auch an der Maschinensteuerung alle relevanten Daten auf einen Blick. Systemübersicht, Arbeitspläne, Paletten, Ablaufplan, Aufgaben und Werkzeugtabelle. Alle neu gerüsteten Werkstücke werden automatisch in den Ablaufplan eingereiht. Durch die Definition von Aufträgen kann jederzeit die Priorität und damit die Reihenfolge der Bearbeitung beeinflusst werden.

Mit der Grafischen-Roboter-Programmierung kurz GRP, werden mit einfachen Eingabewerten die verschiedensten Werkstückrohlinge platzoptimiert auf den Matrizen positioniert. Auch die Roboterabläufe und das Einlegen der Werkstücke in die jeweilige Spannvorrichtung der Maschine, wird mit dem GRP die in das touchfähige Smartpad integriert ist, sehr schnell auf die spezifischen Anforderungen umgesetzt.

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