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Insolvenz Investorenlösung für SHW Werkzeugmaschinen gefunden

| Redakteur: Melanie Krauß

Der Insolvenzverwalter der SHW Werkzeugmaschinen GmbH hat den Geschäftsbetrieb des Werkzeugmaschinenbauers und die zugehörigen Betriebs- und Verwaltungsimmobilien erfolgreich an die SFO Gruppe veräußert. Die Belegschaft soll vollständig übernommen werden und auch der Standort soll erhalten bleiben.

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Ein SHW-Werkzeugwechselsystem für bis zu 120 Werkzeuge.
Ein SHW-Werkzeugwechselsystem für bis zu 120 Werkzeuge.
(Bild: Jan Walford)

Die SHW Werkzeugmaschinen GmbH musste am 15. Mai 2018 einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen, nachdem alle Verhandlungen über eine weitere Durchfinanzierung mit den Gesellschaftern und den finanzierenden Banken gescheitert waren. Insolvenzverwalter Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger hat die Zeit seit Insolvenzantrag genutzt, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die bestehenden Kundenprojekte fortzusetzen.

Erfreulicherweise konnten SHW zufolge während des laufenden Insolvenzverfahrens auch neue Aufträge akquiriert werden. Große Unterstützung habe das Unternehmen in dieser Zeit auch von ihren Mitarbeitern und Lieferanten erfahren. Die allseitige Unterstützung habe es möglich gemacht, mit einer Vielzahl von Investoren Gespräche über eine Übernahme des Unternehmens zu führen und so der nachhaltigsten Sanierungslösung den Zuschlag zu erteilen.

Übernahme pünktlich zum Start der AMB

Am Ende hat die SFO-Gruppe, die Holdinggesellschaft einer Münchner Unternehmerfamilie, den Zuschlag erhalten, die über langjährige Erfahrung in der Restrukturierung von mittelständischen Unternehmen im Maschinenbau verfügen soll. Nachdem die Kaufverträge in der Nacht von Sonntag auf Montag unterzeichnet wurden, unterrichtete Insolvenzverwalter Mucha gemeinsam mit dem Investor die Belegschaft am Montagmittag im Rahmen einer Mitarbeiterveranstaltung. Somit erfolgte die Übernahme der SHW Werkzeugmaschinen GmbH durch die SFO Gruppe pünktlich zum Start der AMB 2018 in Stuttgart, die als internationale Leitmesse für Metallbearbeitung gilt.

Veräußert wurden neben dem operativen Geschäftsbetrieb der SHW Werkzeugmaschinen GmbH, der SHW Werkzeugmaschinen Service GmbH und der SHW Bearbeitungstechnik GmbH auch die Betriebsimmobilien in Aalen-Wasseralfingen. Der Käufer möchte langfristig an diesem Standort festhalten, um das wertvolle Know-how und die Erfahrung der Mitarbeiter des Maschinenbauers zu sichern. Aus diesem Grund wurde auch die gesamte Belegschaft der Wasseralfinger SHW Gruppe übernommen.

Über den Investor SFO ist ein in 2013 aufgesetztes Family Office mit dem Ziel, in Zusammenarbeit mit der German Consulting Group Investitionsaktivitäten im Bereich Old Economy fokussiert durchzuführen und zu bündeln.
  • Die Gruppe versteht sich als langfristig denkender und handelnder Investor.
  • Shareholder der SFO Group ist eine Unternehmerfamilie aus München.
  • Für das laufende Geschäftsjahr ist dies die dritte Transaktion. Neben der Techniksparte der Airberlin, welche mit der zuvor erworbenen Nayak Gruppe fusioniert wurde, kam kürzlich die Opus Gruppe mit Leistungen im maritimen offshore Bereich ins Portfolio.
  • „Die eingeleiteten intensiven Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen der letzten Monate haben Früchte getragen und zu einem für alle Seiten erfolgreichen Ergebnis geführt. Mit Wolfgang Schepp und Dr. Boris Liffers von der SFO Gruppe übernehmen zwei ausgewiesene Experten des Maschinen- und Anlagenbaus das Ruder bei der SHW“, betont Insolvenzverwalter Mucha. Sanierungsgeschäftsführer Bernd Grupp ergänzt: „Die Übernehmer haben sich in einem hochkompetitiven, internationalen M&A-Prozess durchgesetzt und schnell verstanden, wo die Stellhebel im Geschäftsmodell der SHW Werkzeugmaschinen liegen. Wir, das Management und die Belegschaft, freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“

    So schnell wie möglich zurück zum Alltag

    „Wir sind begeistert von der Technologiekompetenz, der Strahlkraft der Marke und dem ungeheuren Zukunftspotenzial, das im Geschäftsmodell von SHW Werkzeugmaschinen steckt. Ein Urgestein der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Portfolio zu haben, macht uns sehr stolz“, sagt Wolfgang Schepp, Geschäftsführer der Familienholding. Sein Partner Dr. Boris Liffers ergänzt: „Wir kennen uns mit Käufen aus der Insolvenz aus und wissen, dass wir das Unternehmen nun zunächst stabilisieren müssen. Gemeinsam mit der motivierten Belegschaft und den namhaften Kunden möchten wir jedoch schnell wieder in einen normalen Geschäftsgang kommen und arbeiten deshalb gemeinsam mit der Insolvenzverwaltung mit Hochdruck am Vollzug des gestern geschlossenen Unternehmenskaufvertrags.“

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