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Hannover Messe 2019 IT-Unternehmen als Partner der Industrie

| Autor / Redakteur: Stefanie Michel / Stefanie Michel

Die Leitmesse Digital Factory steht längst nicht mehr alleine für Industriesoftware sondern sie will alle Softwarefragen entlang der industriellen Wertschöpfungskette abbilden. Rund 600 Aussteller werden die Hallen 5, 6, 7 und 8 in Hannover belegen.

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Zum Roundtable im Vorfeld der Digital Factory auf der Hannover Messe 2019 waren neben dem Geschäftsbereichsleiter Arno Reich auch Dr. Stefan Ferber von Bosch SI, Sven Goldstein von Beckhoff Automation, Jan Metzner und Constantin Gonzalez von AWS sowie Guido Reimann vom VDMA (v.l.) gekommen.
Zum Roundtable im Vorfeld der Digital Factory auf der Hannover Messe 2019 waren neben dem Geschäftsbereichsleiter Arno Reich auch Dr. Stefan Ferber von Bosch SI, Sven Goldstein von Beckhoff Automation, Jan Metzner und Constantin Gonzalez von AWS sowie Guido Reimann vom VDMA (v.l.) gekommen.
(Bild: Deutsche Messe)

Wo vor einigen Jahren die Industriesoftware in einer einzigen Halle zu Hause war, füllen heute eine breite Auswahl an IT-Unternehmen 3,5 Hallen auf der Hannover Messe 2019: Die diesjährige Digital Factory ist um 15 % im Vergleich zum Vorjahr gewachsen und belegt die Hallen 5 (zum Teil), 6, 7 und 8, wie Arno Reich, Geschäftsbereichsleiter der Hannover Messe, auf einem Gespräch im Vorfeld der Messe berichtete. Wie groß die Bedeutung von Software und IT für die Industrie geworden ist, zeigen zum einen die zahlreichen Kooperationen zwischen Automatisierungs- und Softwareexperten, beispielsweise die vom ZVEI gegründete Arbeitsgemeinschaft „5G Alliance for Connected Industries and Automation“. Zum anderen sind Software und IT für die Industrie ein Baustein zur Digitalisierung sowie zur Vernetzung von Produktionsanlagen und Produkten.

Daten und Prozesse über Plattformen vernetzen

Eine große Rolle spielen auch neue Geschäftsmodelle, die vorhandene Marktstrukturen zum Teil radikal verändern. „Digitale Plattformen bringen Kunden und Anbieter zusammen“, so Reich. „Damit geht es zum einen um die Frage, welche IoT-Lösung Mensch, Maschine und Prozesse am besten vernetzt, aber zum anderen auch ganz grundlegend darum, wer das ideale Betriebssystem für die Industrie 4.0 bieten kann.“ Eine dieser Plattformen bietet Aussteller Amazon Web Services (AWS) an.

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Schon heute gibt es mehr Daten als man nutzen kann. Deshalb ist es wichtig, zum einen diese Daten über Jahre hinweg sicher zu speichern, aber auch sie zu beherrschen und daraus einen Mehrwert zu generieren. Ein eigenes Rechenzentrum kann eine (teure) endliche Lösung sein, die Cloud hingegen bietet hohe Kapazitäten und niedrige Kosten. Aussteller wie AWS plädieren naturgemäß für deren Nutzung. Constantin Gonzalez, Principal Solutions Architect bei AWS: „Die Cloud hilft Kunden wieder ihren Fokus auf das Hauptgeschäft zu richten, weil sie sich nicht mehr mit der Datenspeicherung beschäftigen müssen.“

IT-Kompetenzen in den Unternehmen aufbauen

So bedeutend die IT heute für die Industrie auch ist: in vielen Unternehmen sind oft keine Kompetenzen mehr vorhanden, wie Jan Metzner, Solutions Architect für IoT bei AWS, bedauert. Nachdem die IT in den letzten Jahren meist ausgelagert wurde, müssen Unternehmen die Kompetenzen wieder aufbauen, denn dieses Wissen kann heute wettbewerbsentscheidend sein. Ein Unternehmen, das diesen Weg gegangen ist, ist Bosch. Dort hat man 2008 beschlossen mit Bosch Software Innovations eine eigene Softwaresparte aufzubauen, die horizontal über alle Sparten des Unternehmens liegt. Über die eigene Bosch-IoT-Suite sind bereits heute über 8,5 Mio. Geräte weltweit vernetzt, wie CEO Dr. Stefan Ferber berichtet.

Neben Plattformen und Cloudspeichern zählen künstliche Intelligenz, Augmented und Virtual Reality, 5G, Blockchain, Digital Twin sowie ERP- und MES-Systeme zu den Schwerpunkten auf der Digital Factory. Insgesamt zeigen mehr als 600 Aussteller ihre Lösungen für integrierte Prozesse zur industriellen Anwendung.

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