Verschärftes Lebensmittelrecht Maschinenbauer für Lebensmittelbranche müssen sich bei Kunststoffen neu orientieren

Autor / Redakteur: Ralf Schmitt-Kling / Josef-Martin Kraus

Gravierende rechtliche Änderungen erhöhen die Anforderungen an technische Kunststoffe bei Lebensmittelkontakt. Die Änderungen betreffen nicht deren Eigenschaften, sondern die Lagerung, Handhabung, Rückverfolgung und Etikettierung. Der Umstieg auf EU-konforme Kunststoffe für die Maschinenhersteller und -anwender verläuft daher fließend.

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(Bild: Murtfeldt)

Galten bislang die Regularien der FDA (Food and Drug Administration), der behördlichen Lebensmittelüberwachung der USA, als strengste Parameter der Lebensmittelzulassung, ist das heute nicht mehr der Fall. In puncto Rigidität wurden sie vor gut eineinhalb Jahren unzweifelhaft von der neuen EU-Verordnung abgelöst. Auf die Material- und Komponentenhersteller, die den Maschinen- und Gerätebau der Lebensmittelindustrie beliefern, kommen daher immer massiver zeit- und kostenintensive Anstrengungen zu, um der Gesetzgebung nachzukommen.

Langfristige Materialversorgung der Maschinenhersteller nötig

Die Gesetzgebung lässt diesen Unternehmen bis 2015 Zeit, um die Inhalte der EU-Verordnung umzusetzen. In der Regel vergehen jedoch einige Jahre, bis bei Maschinenherstellern, die von Murtfeldt Kunststoffe beliefert werden, der nächste Produktwechsel ansteht.

Viele der reibungsarmen, gleitfreudigen Kunststoffe von Murtfeldt gehen in die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. In dieser Sparte brauchen die Maschinenhersteller die Sicherheit, dass ihre Zulieferer sie langfristig mit den richtigen Werkstoffen und Komponenten versorgen (Bild 1). Folglich stehen entlang der Zulieferkette nicht zu unterschätzende Investitionen an: in den Aufbau separater Lagerkapazitäten und in teure Prüfverfahren. Eventuell muss auch ein vorhandenes ISO-Qualitätssystem durch die GMP-Richtlinien komplettiert, dokumentiert und kontrolliert werden.

Murtfeldt Kunststoffe hat auf die EU-Verordnung „über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen“, schnell reagiert. Innerhalb weniger Monate wurden die Vorgaben, die aus der neuen Richtlinie heraus für das eigene Haus und die eigenen Verfahren resultierten, umgesetzt. Die Verordnung, die Anfang vergangenen Jahres von der Europäischen Kommission verabschiedet wurde und heute Bestandteil der EU-Verordnung 1935/2004 ist, enthält folgende wichtige Inhalte:

  • eine Positivliste für die Ausgangsstoffe und eine Substanzliste für die Hilfsstoffe, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet werden dürfen,
  • Migrationsverfahren, basierend auf Grenzwerten und Reinheitsspezifikationen,
  • die Herstellung nach EU 2023/2006 (Good-Manufacturing-Practice),
  • Konformitätserklärungen sowie eine Chargenrückverfolgung.

Separates Produktportfolio für Kunststoffe mit Lebensmittelkontakt

Basierend auf den Verordnungsinhalten und den Marktkenntnissen hat die Murtfeldt Kunststoffe GmbH & Co. KG, ihre Werkstoffstrategie angepasst. Seitdem gibt es zwei Produktreihen: die Kunststofffamilie Food Safe und die Standard-Industriekunststoffe. Die Kunststoffe der Food-Safe-Familie sind natürlich lebensmittelkonform nach 1935/2004 EC (Bilder 2 und 3 – siehe Bildergalerie) – mit Etikettierung. Sie sind erkennbar am Kürzel FS in eckigen Klammern, das für Food Safe (lebensmittelecht) steht. Rückverfolgbarkeit ist gewährleistet. Sie reicht zurück bis zu den Kunststoffrohstoffen. Die Rohstoffe müssen in das Chargenmanagement der Lieferanten eingebunden sein.

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