120 Jahre MM

„Meilensteine der Industrie“ – MM würdigt Spitzeninnovationen

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1982 war es dann so weit: Mit Greifern betrat das Unternehmen ein komplett neues Marktsegment. Die bis dahin entwickelten Greifwerkzeuge an Robotern waren klobig, schwerfällig und kostspielige Einzelstücke. Heinz-Dieter Schunk, der jetzt die Firma leitete, wollte dagegen Greifer auf den Markt bringen, die leichter, kompakter, präziser und kostengünstiger waren als alles, was existierte. Ein Jahr später wurde aus der Vision Realität. Der weltweit erste standardisierte Industriegreifer mit Keilhakenmechanik kam auf den Markt.

Weitere Greiferinnovationen folgten. Im Jahr 2012 wagte Schunk schließlich einen Blick in die Zukunft. Bei der neuesten Version der anthropomorphen Greifhand ist die Elektronik komplett in die Handwurzel integriert, wodurch besonders kompakte Lösungen möglich werden.

Die Autogen-Schweißtechnik war Kukas Schicksal

Ohne Greiftechnik keine leistungsfähige Robotik: Das gilt natürlich auch für die Robotersysteme von Kuka, die zur Firmengründung im Jahr 1898 noch in weiter Ferne lagen. Autogen-Schweißtechnik war damals angesagt und wurde von Kuka produziert. Und wie ein roter Faden zieht sie sich durch die Kuka-Geschichte. Schweißen und Schneiden musste man im Behälterbau. So nahm man 1920 die Fertigung großer Behälter auf. Vom Kessel- und Behälterbau über die Produktion von Fahrzeugaufbauten war es ein kurzer Schritt zur Herstellung kommunaler Müll- und Servicefahrzeuge, die lange Zeit mit dem Namen Kuka eng verbunden waren.

Leichtbauroboter definiert neue Ära der Automatisierung

Den ersten Vorgeschmack in Richtung Automatisierung gab es 1956. Die Kuka-Abteilung Elektroschweißmaschinen baute die ersten automatischen Schweißanlagen für Kühlschränke und Waschmaschinen und lieferte die erste Vielpunkt-Schweißstraße an die Volkswagen AG. 1971 ging es dann richtig los mit dem „roboterisierten“ Schweißen. Für Daimler wurde die erste Schweißtransferstraße mit Robotern in Europa gebaut, die damals noch mit Robotern des US-Fabrikats Unimation ausgestattet war. Künftig sollten es aber eigene Roboter sein. Der Erstling namens „Famulus“ hatte jedoch allerlei Funktionsdefizite. Besser funktionierte sein Nachfolger IR 6/60, der Lasten bis 60 kg bewegen konnte.

Für einen Quantensprung sorgte Kuka auf der Hannover-Messe 1996. Eine bedienerfreundlich konzipierte Steuerung zeichnete die dort präsentierten neuen Roboter aus, womit bei Kuka die Grundlagen geschaffen waren, um Mechanik und Steuerungstechnik zu einer neuen Generation von Robotern zusammenzuführen.

Basierend auf dem Forschungsprojekt Leichtbauroboter (LBR) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde der LBR 4 entwickelt. Er wog nur 14 kg, hatte eine Nutzlast von 7 kg und verfügte über eine programmierbare Nachgiebigkeit. Durch seine integrierte Sensorik war er in der Lage, äußeren Kräften nachzugeben. Die Weiterentwicklung des Leichtbauroboters mündete dann 2013 in den „Meilenstein“-Roboter LBR iiwa, der für die Mensch-Roboter-Kollaboration ausgelegt ist. Mit dem LBR iiwa – intelligent industrial work assistent – können komplexe Montageaufgaben automatisiert werden, bei denen der Einsatz von Robotern bisher nicht möglich war.

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