120 Jahre MM

„Meilensteine der Industrie“ – MM würdigt Spitzeninnovationen

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Apropos (Geistes-)Blitze: 1917 bewies Albert Einstein, dass sich Materie zum Strahlen anregen lässt. 1960 gab ein Rubin den ersten Laserblitz ab. Bei Trumpf blitzte es aber erst etliche Jahre später, denn das Familienunternehmen baute damals noch konventionelle Technik für die Blechbearbeitung. Doch hatten die Schwaben ihren eigenen Albert Einstein schon an Bord. Berthold Leibinger arbeitete damals in der Konstruktionsabteilung und schon bald sollte der erfinderische Zeitgenosse die Geschicke des Unternehmens nachhaltig prägen.

Kraftvoller Laser beweist wenig Durchhaltevermögen

Als 1970 aus den USA den Trumpf-Entscheidern zu Ohren kam, dass man Bleche mittels Laserlicht berührungslos schneiden könne, wuchs die Neugier. 1979 wurde erstmals ein 500-W-Laser aus amerikanischer Fertigung in eine Trumpf-Stanz-Nibbelmaschine eingebaut, was in der Blechbearbeiterszene für reichlich Wirbel sorgte. Weil aber die US-Laserlieferanten auch den Wettbewerb bedienten, stand fest: Eine eigene Strahlquelle muss her. Mit wissenschaftlichem Beistand baute man einen quergeströmten 900-W-Laser, dem beim Schneiden aber schnell die Puste ausging.

Und so wurde weiter geforscht und entwickelt: 1985 schaffte Trumpf den Durchbruch. Die CO2-Lasergeneration aus eigener Entwicklung brachte auf der EMO die Öffentlichkeit in Wallung. Dann ging es Schlag auf Schlag: Ein 20-W-Kompaktlaser in Doppeldeckerbauweise empfahl sich für den Einbau in Roboter und mit dem ersten diodengepumpten Beschriftungslaser stieg Trumpf 1998 in die Technik der Diodenanregung ein. 1999 kam der erste Laborscheibenlaser heraus, der noch heute die Basis aller Trumpf-Hochleistungslaser ist. Jüngstes Highlight: der Ultrakurzpulslaser für die industrielle Massenfertigung. Mit dem „Blitzer“ lässt sich in einen Streichholzkopf ein Mikroloch bohren, ohne dass sich dieser entzündet.

Wie ein weißer Pressenriese zum Leisetreter wird

Vom Mikrokosmos zum Makrokosmos – so könnte man den folgenden thematischen Schwenk beschreiben. Denn die Pressen, die Schuler in Göppingen, Waghäusel, Erfurt, Weingarten, in China und Amerika baut, sind gegen den Ultrakurzpulslaser richtige „Brummer“, bergen aber dennoch jede Menge Hightech. So die Presse mit Twin-Servo-Technologie (TST), der jüngste große technologische Wurf der Schuler AG, was die Umformtechnik für Bleche und Teile für die Automobilindustrie angeht. Selbst Firmengründer Louis Schuler würde wohl aus dem Staunen nicht herauskommen über das, was der „große weiße Kasten“ alles kann.

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