120 Jahre MM

„Meilensteine der Industrie“ – MM würdigt Spitzeninnovationen

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Trotz gewaltiger Kraftentfaltung würde er die harten Schläge vermissen, die bei der Umformung von Blechen bisher als das typische akustische Merkmal galten – er würde es einfach nicht glauben können, dass das, was er sähe, eine Umformpresse sein soll. Doch nicht nur in Sachen Akustik hat Schuler mit der Twin-Servo-Technologie den Pressenbau auf den Kopf gestellt.

Der 1600-t-Gigant beruht auf einem neuen Antriebskonzept mit zwei dezentralen Servomotoren im Pressentisch. Ermöglicht werden damit eine kompakte Bauweise und eine deutliche Verringerung der Geräuschemission. Zudem verbessern sich Zugänglichkeit und Steifigkeit im Vergleich zu bisherigen Servopressen.

Den Durchbruch bringt die DMC 85 V linear

Was die Zerspanungstechnik anbelangt, dürfte DMG Mori Seiki heute wohl die Nummer eins am Weltmarkt sein. Immer wieder hat der Werkzeugmaschinenhersteller, der inzwischen eng mit dem japanischen Mori-Seiki-Konzern verflochten ist, mit technischen Highlights und zahllosen Weltpremieren Zeichen gesetzt. Doch ausgerechnet der ganz große DMG-Hoffnungsträger und unser Meilenstein – der Linearantrieb – stieß bei den potenziellen Anwendern zunächst auf Vorbehalte. Interesse an der Technologie sei da gewesen, erinnert man sich heute in Bielefeld, doch habe große Zurückhaltung beim Einsatz bestanden.

Die DMC 85 V linear markierte vor diesem Hintergrund einen fertigungstechnischen Meilenstein, weil sie als erste Serienmaschine der Welt mit Linearantrieben in allen Achsen ausgestattet war, perfekt funktionierte und folgerichtig den Durchbruch für diese Technik brachte – sogar im eher konservativen Werkzeug- und Formenbau. Die Anwender überzeugte neben der Geschwindigkeit und Dynamik vor allem das hochpräzise Positionieren sowie die erreichbare Werkstückgenauigkeit und Oberflächenqualität. Damit sollte die DMC 85 V linear jene eines Besseren belehren, die den Nutzen des Linearantriebs im Werkzeugmaschinenbau lange angezweifelt hatten.

Denkt ein Logistiker an Linde, denkt er nicht an Gase

Denkt man an Linde, so denkt man an – nein, nicht an technische Gase, zumindest nicht als Logistiker! Für den steht Linde Material Handling ganz klar für Gabelstapler, selbst wenn die Geschichte mit einem gewissen Herrn Hugo Güldner und seinen PS-strotzenden Verbrennungsmotoren begann. Carl von Linde, Namensgeber des Weltkonzerns, garantierte den Absatz dieser Aggregate, da er sie für seine Kältemaschinen brauchte.

1955 präsentierte die Firma Güldner eine Erfindung, die Technikgeschichte schrieb: die Hydrostatik. Ihr verdanken die Linde-Stapler bis heute ihre herausragende Stellung am Weltmarkt für Flurförderzeuge. Das erste so ausgestattete Fahrzeug trug den Namen Hydrocar. Das Besondere war die hydrostatische Kraftübertragung, die ohne Schalten ein stufenloses Beschleunigen vorwärts und rückwärts mit voller Motorleistung ermöglichte.

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