120 Jahre MM

„Meilensteine der Industrie“ – MM würdigt Spitzeninnovationen

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Koordinatenmesstechnik wird mobil und erschwinglich

Was in den 1980ern in der Medizintechnik begann, mündete in den 1990ern in eine Entwicklung, von der heute vor allem Mittelständler profitieren: Mit dem tragbaren Messarm brachte das heute in Florida ansässige Unternehmen Faro die Messtechnik direkt in die Fertigung. Die mobilen Messarme von Faro ermöglichen Messungen von Bauteilen und Anlagen unmittelbar im Fertigungsprozess.

Auf diese Weise können Produktionsfehler schneller als mit herkömmlicher, stationärer Koordinatenmesstechnik erkannt werden. Weiterer Pluspunkt dieses technischen Meilensteins sind die vergleichsweise niedrigen Investitionskosten und einfache Bedienbarkeit der Messarme. Das machte die 3D-Koordinatenmessung auch für Mittelständler erschwinglich.

Zum nächsten Meilenstein eine kleine Quizfrage: Welche technische Errungenschaft hat die elektrische Ausrüstung von Maschinen und Anlagen ermöglicht? Der Transistor? Die Steuerung? Das Relais? Nein, es ist das Gehäuse!

Denn dieses schützt die Elektronikkomponenten vor den groben Anfeindungen in der Fertigung und den Werker vor gefährlichen Spannungen. Das sah wohl auch der Gründer von Rittal, Rudolf Loh, ähnlich. Und so sollte für ihn die Schaltschrankproduktion neben der Fertigung von Alu-Haushaltsleitern und -Abfalleimern der Marke Hailo ein zweites Standbein werden. Bisher hatte die Industrie ihre Schaltschränke mehr schlecht als recht in Eigenregie zusammengeklempnert. Also warum nicht Schaltschränke von der Stange, fragte sich Loh. „Mein Mann hatte noch sehr genau die Serienfabrikation von Ford in Amerika studiert und hatte gute Erfahrungen bei Hailo gemacht“, erinnert sich Irene Gilbert-Loh, die Frau des Firmengründers.

Rechenzentren aus dem Baukasten

So entstand bei Rittal die allererste Schaltschrankbaureihe AE. Diese war nicht nur der Meilenstein für das Unternehmen, sondern für die ganze Automatisierungsbranche. Zu Beginn gab es drei Ausführungen, mittlerweile sind es 35. Seit 1971 ist der Rittal-Schaltschrank bei VW-Konzern Werksstandard. Weitere Produkte gesellten sich zur immergrünen AE-Reihe.

Ein Scoop war 1985 das PS-4000-Anreihsystem mit 60 Zubehörkomponenten. Dieser Millionenseller wurde zum weltweiten Standard. Auch die IT-Welt profitierte von den Geistesblitzen der Rittal-Entwickler. Neben individuellen Lösungen für Rechenzentren bietet Rittal seit 2013 das standardisierte Rechenzentrum Rimatrix S aus dem Baukasten an.

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