Messtechnik

Messung elektrischer Größen ist die Basis zur Prozessoptimierung

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Strommessumformer mit Echteffektiv-Messung werden in vielfältigen Applikationen eingesetzt (Bild 3). Einerseits wird aus dem aufgenommenen Strom ein Normsignal erzeugt und an die Steuerung weitergeleitet. Das Signal dient allerdings auch der Überwachung von Prozessabläufen. Zu diesem Zweck kann der Anwender am Messumformer entsprechende Melde- oder Schaltschwellen einstellen.

Schutz der Anwendungvor Unterspannungen

Ein Beispiel aus dem Schienenverkehr soll dies anhand einer Gleichstrommessung verdeutlichen. Zur Überwachung von Gleisanlagen werden je nach Weichenstellung und -freigabe bestimmte LED ein- oder ausgeschaltet. Dies erfolgt in Abhängigkeit vom aktuellen Betriebszustand, den Sensoren aus dem Feld zurückmelden. Der Strommessumformer erfasst nun den Strom, der zu den LED fließt, und formt daraus das ausgangsseitige Normsignal, das an die Steuerung übertragen wird. Auf diese Weise kann die Steuerung feststellen, ob die Funktionen erlaubt sind oder eine Störung vorliegt.

Zum Monitoring einfacher Anlagen im Maschinenbau, die ohne Steuerung betrieben werden, reichen oft simple Überwachungsgeräte aus, welche eine direkte Einstellung über Drehschalter ermöglichen (Bild 4). Eine Hauptanwendung stellt dort die Überwachung der Phasenfolge dar. Darüber hinaus kommt der Kontrolle der Spannungshöhe – insbesondere von Unterspannungen – eine große Bedeutung zu. Dies vor dem Hintergrund, dass die meisten Schäden nicht durch Spannungsüberhöhungen aus dem Versorgungsnetz entstehen, sondern durch Unterspannungen, die zu einer Stromerhöhung in der Anlage und damit zu Beschädigungen führen.

Kostenreduzierung durch Detektierung von Lastspitzen

Industrielle Unternehmen beschäftigen sich nicht erst seit der geplanten Einführung der DIN 16001/ISO 50001 mit der Erfassung der elektrischen Energie. Die Leistungs- und Energiemessung wird seit Langem im Rahmen des Lastmanagements genutzt, um Lastspitzen im in Deutschland üblichen 15-Minuten-Fenster zu erkennen und – wenn nötig – Lasten abwerfen zu können. Dies ist nach wie vor ein wichtiger Aspekt zur Kostenreduzierung in Industrieanlagen. Durch eine detaillierte Energiemessung lässt sich ferner die Leistungsverteilung in der Anlage ermitteln. Dazu zählen einmalige Lastspitzen, die beim gleichzeitigen Anfahren von Antrieben auftreten. Können sie durch einen gestaffelten Start der Geräte vermieden werden, ist eine Anpassung des Vertrags mit dem jeweiligen Stromversorger möglich.

Im Rahmen der Energieeffizienzbetrachtung kann der Anlagenbetreiber auch besonders uneffektive Verbraucher detektieren und Gegenmaßnahmen einleiten. Zukünftig sollen sich die Energiekosten auch den Herstellungskosten eines Produktes zuordnen lassen. Damit die vielen aufgenommenen Werte der elektrischen Größen in einem zentralen System gespeichert und verarbeitet werden können, müssen sie über ein Bussystem weitergeleitet werden. Dabei kann es sich um ein RS485- oder Ethernet-basiertes System handeln. MM

* Dipl.-Ing. Jürgen Hobein und Dipl.-Ing. Andreas Senger sind Produktmanager Monitoring bei der Phoenix Contact Electronics GmbH in 31812 Bad Pyrmont,

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