Hort im Rhein Minimalinvasives Verfahren fördert in Deutschland Lithium zu Tage

Redakteur: Peter Königsreuther

Lithiumionen-Akkus liefern heute den Strom für viele alltägliche Geräte. In Deutschland war der Lithiumabbau bisher unrentabel. Das kann sich bald ändern.

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Schlummernder Schatz! Am KIT in Karlsruhe hat man ein schonendes Verfahren entwickelt, mit dem tausende von Tonnen Lithium im Rheingraben gefördert werden könnten.
Schlummernder Schatz! Am KIT in Karlsruhe hat man ein schonendes Verfahren entwickelt, mit dem tausende von Tonnen Lithium im Rheingraben gefördert werden könnten.
(Bild: A. Bramsiepe / KIT)

Forschenden am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem umweltschonend Lithium aus den Tiefengewässern des Oberrheingrabens gefördert werden kann. Geothermianlagen sind für das sogenannte Grimmer-Saravia-Verfahren (benannt nach den beiden Entwicklern) außerdem nötig. Man glaubt, dass rund 0,2 Gramm pro Liter Wasser enthalten sind. Das klinge zunächst wenig, könne aber bedeuten, dass Deutschland in Zukunft einen wesentlichen Teil des Rohstoffs selbst decken könne, der momentan vor allem aus Chile, Argentinien und Australien kommt.

Erste Lithiumförderung am Oberrheingraben geplant

Genutzt werden kann die bestehende Infrastruktur von Geothermieanlagen, durch die pro Jahr bis zu zwei Milliarden Liter Thermalwasser strömen. Im Gegensatz zum klassischen Bergbau fällt kaum Abraum an und der Flächenverbrauch ist minimal, sagen die Forschenden. Weil das Thermalwasser nach Gebrauch wieder in den Untergrund zurückgeleitet werde, würden keine schädlichen Stoffe freigesetzt und auch die geothermische Strom- und Wärmeproduktion laufe weiter. Lithium kann im Thermalwasserzyklus der Geothermieanlage kontinuierlich innerhalb von Stunden extrahiert werden, wie die Experten betonen. Die Lithiumionen werden herausgefiltert und in einem zweiten Schritt konzentriert. Mithilfe eines ersten Prototypen, der in einer Geothermieanlage im Oberrheingraben aufgebaut werden soll, werden zunächst einige Kilogramm Lithiumkarbonat respektive Lithiumhydroxid gewonnen. Sollten die Versuche erfolgreich verlaufen, soll eine Großanlage folgen. Mehrere tausend Tonnen Lithium könnten nach Ansicht der Experten im Jahr gewonnen werden.

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