Doosan Machine Tools belegt weltweit Platz drei unter den Herstellern von Werkzeugmaschinen. Dennoch entschloss sich der neue Eigentümer, das Unternehmen in DN Solutions umzubenennen, um es in die Zukunft zu führen. Welche Pläne DN Solutions verfolgt, erklärt Präsident Wonjong Kim im Interview mit MM Maschinenmarkt.
Wonjong Kim ist Präsident der neu benannten DN Solutions, die aus Doosan Machine Tools hervorgegangen ist.
(Bild: DN Solutions)
Herr Kim, im Juni 2022 wurde Ihr Unternehmen umbenannt und aus Doosan Machine Tools wurde DN Solutions. Was steckt hinter dieser Namensänderung?
Wonjong Kim: Die kurze Version ist, dass DN Automotive Doosan Machine Tools im Januar 2022 für 2 Milliarden US-Dollar übernommen hat. Der Vertrag mit dem bisherigen Anteilseigner MBK Partners sah vor, dass das Unternehmen nach der vollständigen Übernahme umbenannt wird. Trotz der großen Tradition des Unternehmens gab es für uns aber auch unabhängig von diesem Vertrag keinen Grund, den Namen weiterzuführen. Unser Ziel ist es, zu einem nachhaltigen Unternehmen zu werden, das auch in den nächsten 50 Jahren erfolgreich wirtschaften wird. Daher war es uns wichtig, die beiden Unternehmen DN Automotive und DN Solutions, die übrigens weltweit die drittgrößten Unternehmen in ihren Bereichen sind, näher zusammenzuführen. Die Tradition spiegelt sich im Namen in dem „D“ wieder, das im Fall von DN Solutions für die beiden Vorgängerunternehmen Daewoo und Doosan steht und im Fall von DN Automotive für das Vorgängerunternehmen DTR Automotive. Das „N“ wiederum steht für „Now & New“ und soll unsere Zukunftsvision verkörpern.
Den Namensbestandteil „Solutions“ müssen Sie mir aber noch etwas genauer erklären. Ich hätte eher etwas wie „Machine Tools“ erwartet ...
Genau darum geht es. Natürlich stellen wir Werkzeugmaschinen her, aber das ist eben noch lange nicht alles und das ist auch nicht alles, was unsere Kunden von uns nachfragen. Wir wollen den Anforderungen unserer Kunden umfassend gerecht werden, was häufig beispielsweise auch Automatisierungslösungen oder Software mit einschließt. Auch diese bieten wir natürlich an. Wir sehen uns als Lösungsanbieter und daher DN Solutions.
Stehen diese Überlegungen auch hinter Ihrer Ankündigung, dass sich DN Solutions künftig auf Gesamtfertigungslösungen konzentrieren wird?
Ganz genau. Uns ist es besonders wichtig, die Perspektive unserer Kunden einzunehmen. Es geht uns besonders darum, über den Lebenszyklus der Maschinen den Anforderungen unserer Kunden über die Kernaufgabe der Maschine gerecht zu werden. Das kann beispielsweise bedeuten, dass wir eine Robotiklösung integrieren oder etwas Ähnliches. So möchten wir den Kunden ein umfassendes Werkzeug für die Bedürfnisse in ihrer Fertigung anbieten.
Können Sie eine solche umfassende Lösung dann ganz alleine anbieten?
Nein, und das wollen wir auch gar nicht. Wir sind davon überzeugt, dass es heute besonders auf eine enge Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Partnern ankommt. Das ist, was wir unter einem industriellen Ökosystem verstehen. Wir bieten mit der Werkzeugmaschine die zugrunde liegende Plattform und unsere Partner können darauf aufsetzen. Dadurch entsteht am Ende eine umfassende Lösung.
Eine Plattform benötigt Offenheit, um ihr Potenzial auszuschöpfen. Wie stehen Sie dazu?
Diese Offenheit wird durch das große Thema Digitalisierung ja schon vorgegeben. Es gibt kein Unternehmen, das in diesem Zusammenhang eine Lösung für alles hat oder sich auf jedem Feld perfekt auskennt. Es kommt immer darauf an, Partner zu finden, mit denen man vertrauensvoll zusammenarbeiten kann. So können unsere Partner auf der Softwareseite beispielsweise Funktionen integrieren, über die wir selbst nicht verfügen und die unsere Maschinen besser machen. Wir benötigen eine offene Herangehensweise, aber auch bei Themen wie der künstlichen Intelligenz, mit der wir uns ebenfalls schon aktiv beschäftigen. Sie wird grundsätzlich verändern, wie wir unsere Produkte entwickeln und anwenden. Das wird aber nur funktionieren, wenn wir an manchen Stellen umdenken und Themen ganz neu angehen. Nimmt man noch den digitalen Zwilling dazu, bietet die Kombination dieser digitalen Lösungen unfassbar großes Potenzial.
Neben der Digitalisierung gibt es aktuell leider einige andere Themen, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen. Probleme mit den Lieferketten sind hierzulande beispielsweise ein viel besprochenes Problem. Ist das in Korea ebenfalls der Fall?
Ja, auch wir müssen uns natürlich mit diesen Problemen auseinandersetzen. Im Bereich der Halbleiter stehen wir beispielsweise immer noch vor großen Herausforderungen. Und auch die Preise für benötigte Materialien sind natürlich ein Thema. Wir haben aber enge Partnerschaften mit einigen wichtigen Lieferanten, die uns in diesem Zusammenhang sehr helfen.
Stand: 08.12.2025
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Weitere große Trends sind die Nachhaltigkeit und die „grüne“ Industrie. Wie ist Ihr Blick darauf?
Es steht außer Frage, dass Europa bei diesem Thema vorangeht und es auch international auf die Agenda gesetzt hat. Korea als Land ist hier noch nicht ganz so weit. Aber wir als Unternehmen sehen Nachhaltigkeit als eines der ganz wichtigen Themen an und unternehmen große Anstrengungen, um europäische und globale Standards zu erfüllen. Derzeit können sich die Kunden anhand neu entwickelter Modelle einen Eindruck von unserer grünen Technologie verschaffen und es werden in Kürze weitere folgen.
Wonjong Kim
Wonjong Kim ist Präsident des südkoreanischen Werkzeugmaschinenherstellers DN Solutions. Das Unternehmen ist aus Doosan Machine Tools hervorgegangen.