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Sonderlager für aggressive Umgebungsbedingungen
Bei den neuen Flachglas-Bearbeitungsmaschinen kommt kein Standardlager zum Einsatz, sondern ein Rundtischlager mit verzahntem Außenring und zusätzlicher Abdichtung zu den Gleitelementen. „Das war ein zentraler Gesichtspunkt, da das Lager im Mittelpunkt der permanenten äußeren Einwirkungen steht“, erläutert Sperling das hohe Anforderungsprofil. „Dabei sind die Umgebungsbedingungen so aggressiv, dass wir eine zusätzliche Dichtwirkung erzielen müssen, um die Gleitflächen bestmöglich zu schützen.“
Die bisher gemachten Erfahrungen sind laut Sperling gut. Das erste Rundtischlager läuft seit Juni 2012 in einer Maschine im Dreischichtbetrieb. Bis jetzt mussten lediglich die Gleitelemente ausgetauscht werden. „Glas ist hart und Glasabrieb ist extrem hart“, macht der Entwicklungs- und Konstruktionsleiter die Betriebsbedingungen klar. Schleifabrieb mit Korngrößen bis 25 µm und umherspritzendes Wasser treten beim Bearbeitungsprozess in großen Mengen auf. Wenn sich Staub absetzt und trocknet, wird er fest wie Beton und bekommt die Konsistenz einer Schleifpaste (Bild 2).
In diesem Umfeld bewährt sich die Schmiermittelfreiheit der Rundtischlager. Da kein Schmierstoff vorhanden ist, kann sich nichts festsetzen, was eventuell zum Maschinenausfall beziehungsweise zu ungeplanten Stillstandszeiten führen würde.
Vertikalschleifmaschine für die Bauglasindustrie
Das Kunststofflager kommt auch in einer vertikalen Kantenschleifmaschine zum Einsatz, die im Herbst 2013 an ein deutsches Unternehmen ausgeliefert wurde. Sie bearbeitet Glasformate bis zu einer Größe von 9400 mm × 3210 mm. Das maximale Glastafelgewicht beträgt 900 kg, die zu schleifenden Glasdicken liegen zwischen 4 und 12 mm. Die Maschine kann sowohl in der Einzel- als auch in der Serienfertigung verwendet werden.
Um die Schleifscheibe ist ein Schutz verbaut. Das geschützt verbaute Polymer-Rundtischlager erleichtert die Drehung des Schleifschutzes. An dem Schutz sind Düsen zum Bewässern der Schleifstelle angebracht. Dazu kommen fixe und bewegliche Führungsrollen, um die Glasscheibe an die Schleifscheibe zu führen. An dem Schutz ist außerdem ein Sensor zum Vermessen der Rechteckscheiben angebracht. Um das Wasser genau zum Schleifpunkt zu führen und die Scheibe nah am Schleifpunkt zu fixieren, muss sich der Schutz um 360° drehen können. Der Antrieb für die Drehbewegung funktioniert mithilfe eines Zahnriemens über die Außenverzahnung.
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