Innendrehen

Pulsierender Kühlschmierstoff gibt der Bohrstange mehr Kraft

< zurück

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Die Pulsationsfrequenz bestimmt den Dämpfungseffekt

Zur Bewertung des Einflusses wurden Pulsationsversuche im Frequenzbereich von fkss = [1; 50] Hz ohne Materialabtrag durchgeführt. Das geschah mit dem in Bild 3 dargestellten Versuchsaufbau. Über eine unter dem Bohrstangenhalter befestigte Kraftmessplattform der Kistler Instrumente GmbH (Typ 9129A) wurden die auf den Bohrstangenhalter wirkenden Kräfte infolge einer KSS-Pulsation gemessen. Die Pulsation wurde mit einem 4/3-Wege Ventil der Jos. Schneider Optische Werke GmbH (HVM067) erzeugt, gesteuert über einen Industrie-PC der Beckhoff Automation GmbH & Co. KG. Der Volumenstrom wurde mit einem Volumenstromsensor SBU625 der IFM electronic GmbH gemessen.

Bild 3: Das ist der am IFW für das Projekt "KSS-Puls“ genutzte Versuchsaufbau.(Bild:  IFW)
Bild 3: Das ist der am IFW für das Projekt "KSS-Puls“ genutzte Versuchsaufbau.
(Bild: IFW)

In Bild 4 sind exemplarisch die resultierenden Kraft- und Volumenstromverläufe für die KSS-Pulsationsfrequenzen fkss = [15,20] Hz dargestellt. Die Zeitbereiche, in welchen das Regelventil geöffnet ist, sind grau hinterlegt. Die Bereiche, in denen es geschlossen ist, sind weiß hinterlegt. Die Verläufe des aus der Pulsation resultierenden Volumenstroms V̇ sind in Grün zu sehen und die der Pulsationskräfte Fpuls in Schwarz. Um Rauscheffekte zu eliminieren, wurde ein Bandpassfilter mit den Grenzfrequenzen fg1 = 5 Hz und fg2 = 40 Hz auf das Signal der Kraft angewandt.

Bild 4: So hängt die Pulsationskraft von der Pulsationsfrequenz ab, wenn mit pulsierendem KSS nebst Bohrstange zerspanzt werden soll, um Vibrationen zu vermeiden.(Bild:  IFW)
Bild 4: So hängt die Pulsationskraft von der Pulsationsfrequenz ab, wenn mit pulsierendem KSS nebst Bohrstange zerspanzt werden soll, um Vibrationen zu vermeiden.
(Bild: IFW)

Für beide Frequenzen ist der Zeitbereich zwischen t = 0,0 s und t = 0,2 s dargestellt. Für fkss = 15 Hz sind daher drei Perioden und für fkss = 20 Hz vier Perioden dargestellt. Zum Zeitpunkt t = 0,0 s ist das Ventil geschlossen. Hier sinken Pulsationskraft und Volumenstrom. Nach der Öffnung des Ventils (Beginn eines hellgrauen Bereichs) zum Zeitpunkt t = 17 ms sinken Pulsationskraft und Volumenstrom zunächst weiter, bevor sie anschließend ab dem Zeitpunkt t = 33 ms ansteigen.

Zwischen der Öffnung des Ventils und dem Steigen des Volumenstromes liegt die Zeitspanne Δt, welche im Bereich Δt = 12 ms bis Δt = 16 ms zwischen verschiedenen Perioden variiert. Diese Verzögerung im Anstieg des Volumenstromes zur Öffnung des Ventils entsteht durch die benötigte Zeit zur Umsetzung des Schaltvorgangs im Ventil, sowie durch die Zeit, die der KSS-Impuls vom Schaltventil zum Volumenstromsensor benötigt (Strecke Lsv = 500 mm). Es ist folglich die kürzest mögliche Zeit, die das Pulsationssystem benötigt, um auf eine Änderung der Ventilstellung zu reagieren.

Gedanken zum möglichen Einfluss der Pulsationsfrequenz

Mit der Erhöhung der Frequenz von fkss = 15 Hz (Bild 3a) auf fkss = 20 Hz (Bild 4b), geht eine Verkürzung der Öffnungszeit topen einher, die den Volumenstrom und damit auch die Kraft Fpuls verringert. Für fkss = 15 Hz (Bild 4a) kann eine maximale Pulsationskraft von Fpuls = 10 N erzielt werden. Allerdings wird diese nicht in jeder Periode erreicht. Die maximale Pulsationskraft einer Periode variiert zwischen Fpuls = 8 N und Fpuls = 10 N. Für fkss = 20 Hz (Bild 4b) wird zwar ebenso eine maximale Pulsationskraft von Fpuls = 10 N gemessen, die Variation über die Perioden hinweg liegt aber lediglich im Bereich Fpuls = 6 N und Fpuls = 10 N. Für fkss = 15Hz (siehe Bild 3a) steigt der maximale Volumenstrom auf bis zu V̇max = 38 l/min, für fkss = 20 Hz, Bild 4b) auf nur V̇max = 32 l/min. Die minimalen Volumenströme steigen hingegen mit der Frequenz an.

Hieraus resultiert, dass die Differenzen zwischen den maximalen und minimalen Volumenstromwerten (ΔV̇) mit steigender Frequenz sinken. Der Grund dafür ist die Trägheit des 4/3-Wegeventils, welches nicht mehr vollständig schließen kann. Die Differenzen der Volumenströme ändern sich qualitativ ähnlich zu den maximalen Kräften. Die maximal erreichbare Pulsationskraft ist aus diesem Grund von der sich einstellenden Differenz ΔV̇ zwischen dem Maximum und dem Minimum des Volumenstroms und somit von der Pulsationsfrequenz fkss abhängig.

(ID:49438651)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung