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Das Reed-Relais und das Silizium-Mikrorelais haben sich durchgesetzt
1966 kam eine neue Relaisvariante, das Reed-Umschaltrelais, auf den Markt. Es unterschied sich vom konventionellen Reed-Relais in zwei Punkten: Es hatte eine hohe Ansprechempfindlichkeit bei geringer Ansteuerleistung und ein Bauvolumen von nur einem Zehntel der vorherigen Relaistypen. Da nur wenig Masse bewegt werden musste, schaffte man Schaltfrequenzen bis etwa 1 kHz, und weil wenig Energiebedarf auch geringe Erwärmung bedeutet, konnte dieses Relais auf Leiterplatten dichter gepackt werden. In weiteren Entwicklungen wurde das Reed-Relais für die industrielle Serienfertigung optimiert und seine Konstruktion sukzessive verbessert, um eine möglichst hohe Zuverlässigkeit zu erreichen. Im Zuge der Weiterentwicklungen erhöhten sich Lebensdauer und Kontaktsicherheit um ein Vielfaches. Alle diese vorteilhaften Eigenschaften brachten das R-Relais wieder auf die wirtschaftliche Überholspur.
Eine weitere Relaisvariante ist das Silizium-Mikrorelais, gefertigt mit MEMS-Technik (Micro-Electro-Mechanical Systems). Dieses Relais ist klein, hat aber die Vorteile des klassischen Relais, sprich: volle galvanische Trennung, Robustheit und niedrige Kontaktwiderstände sowie – ähnlich dem Transistor – kleine Abmessungen und niedrige Ansteuerleistung.
Entsprechend der mikroelektronischen Fertigung verbindet es die Vorteile eines konventionellen Relais mit voller galvanischer Trennung und die des Transistors. So lassen sich bis zu 16 Mehrfachschalter in einem Gehäuse herstellen und sie außerdem noch smart – also intelligent – machen. Um das Silizium-Mikrorelais noch weiter zu verkleinern, musste der Antrieb schrumpfen. Bei früheren Relais gab die Spule letztlich die Größe vor, die leider schon mit ihren Verkleinerungsmöglichkeiten am unteren Limit war. Also musste man alternative Antriebsprinzipien finden.
Und es gibt immer noch eine Menge guter Gründe, warum Relais auch heute noch eingesetzt werden. Überwachungsrelais, ausgestattet mit Sensoren und Prozessoren, können schon eine erste Stufe der Auswertung erfasster Daten leisten, in Grenzen reagieren und hier Überwachungsfunktionen ausführen. Solche smarten Relais können auch eigene Diagnosefunktionen besitzen.
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