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Antriebstechnik Schaeffler kämpft mit Rückgang in den Automotive-Sparten

| Redakteur: Stefanie Michel

Schaeffler konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2018 um 3,9 % steigern. Die verringerte EBIT-Marge zwinge allerdings zu einschneidenden Maßnahmen, darunter auch zum Abbau von rund 900 Stellen.

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Klaus Rosenfeld: „Nach dem zwei Jahre früher als geplant erreichten erfolgreichen Abschluss des Effizienzprogramms ‚CORE’ der Sparte Industrie, fokussieren wir uns jetzt vor allem auf die Steigerung der Effizienz unserer Sparte Automotive OEM.“
Klaus Rosenfeld: „Nach dem zwei Jahre früher als geplant erreichten erfolgreichen Abschluss des Effizienzprogramms ‚CORE’ der Sparte Industrie, fokussieren wir uns jetzt vor allem auf die Steigerung der Effizienz unserer Sparte Automotive OEM.“
(Bild: Schaeffler)

Der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat am 6. März 2019 seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht. Im Berichtszeitraum lag der Umsatz der Schaeffler Gruppe bei rund 14,2 Mrd. Euro (Vorjahr: rund 14,0 Mrd. Euro). Währungsbereinigt stieg der Umsatz in diesem Zeitraum um 3,9 %. Alle drei Konzernsparten und alle vier Regionen trugen zum währungsbereinigten Umsatzwachstum bei. Hierbei wies erneut die Region Greater China das stärkste Wachstum auf, allerdings mit deutlich schwächerer Dynamik als in den Vorjahren. Die Schaeffler Gruppe erwirtschaftete 2018 ein Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) vor Sondereffekten in Höhe von 1.381 Mio. Euro und lag damit unter dem Wert des Vorjahrs (1.584 Mio. Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 9,7 % (Vorjahr: 11,3 %). Das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnende Konzernergebnis betrug im Berichtszeitraum 881 Mio. Euro und lag damit ebenfalls unter dem Vorjahresniveau (980 Mio. Euro).

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Industrie-Sparte kompensierte teilweise Rückgang der Automotive-Sparten

Zum Geschäftsverlauf im Jahr 2018 sagte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG: „Nach einem für die Schaeffler Gruppe guten ersten Halbjahr haben sich die Marktbedingungen im globalen Automobilgeschäft in der zweiten Jahreshälfte deutlich verschlechtert. Das hat unser Ergebnis belastet. Erfreulich ist, dass sich die Sparte Industrie im Laufe des Jahres 2018 weiter sehr gut entwickelt hat und die schwächere Performance der beiden Automotive-Sparten teilweise kompensieren konnte. Das zeigt, dass sich unsere Aufstellung als globaler Automobil- und Industriezulieferer bewährt.“

Nicht zufrieden zeigte sich Klaus Rosenfeld mit der Ertragslage der Sparte Automotive OEM. „Maßgeblich für den Ergebnisrückgang der Sparte Automotive OEM war vor allem das schwierige Markt- und Wettbewerbsumfeld und der zunehmende Veränderungsdruck. Daneben gibt es aber auch eine Reihe von hausgemachten Faktoren, die wir angehen müssen.“ Deshalb hat man das Programm „RACE“ („Regroup Automotive for higher Margin and Capital Efficiency“) gestartet, das die Effizienz im Unternehmen steigern und das Portfolio optimieren soll. Konkret geht es aber auch um Stellenabbau.

Ähnlich dem Programm „CORE“, mit dem das Unternehmen die Sparte Industrie wieder auf Wachstumskurs gebracht hatte, soll Race in den nächsten drei bis vier Jahren das Margenniveau nachhaltig verbessern. Die erste Phase des Programms, die zum 1. Januar 2019 gestartet wurde und die nächsten 18 bis 24 Monate umfasst, soll den europäische Werksverbund konsolidieren. Betroffen sind voraussichtlich fünf europäische Standorte, an denen die Sparte Automotive OEM mit Produktionsstätten vertreten ist. Es soll vor allem um Verkäufe und Zusammenführungen von Aktivitäten gehen und damit auch ein Stellenabbau von etwa 900 Arbeitsplätzen verbunden sein – 700 Stellen davon in Deutschland. Außerdem sollen die F&E-Quote der Sparte Automotive OEM 2019 und 2020 nach Berücksichtigung von IFRS 15 auf 8,0 bis 8,5 % begrenzt werden und die Investitionen nicht mehr als 900 Mio. Euro p.a. betragen.

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