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Umformtechnik Siempelkamp verlagert Jobs nach Tschechien und China

Autor: Stéphane Itasse

Der Krefelder Siempelkamp-Konzern will seine ausländischen Produktionsstandorte stärker nutzen. Der Umformmaschinenhersteller reagiert damit laut eigener Mitteilung auf neue Wettbewerbssituationen und die Abschwächung starker Märkte wie Russland und Brasilien. Der Standort Krefeld bleibe jedoch Herz und Hirn von Siempelkamp.

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Die Siempelkamp-Zentrale in Krefeld soll Herz und Hirn des Pressenherstellers bleiben.
Die Siempelkamp-Zentrale in Krefeld soll Herz und Hirn des Pressenherstellers bleiben.
(Bild: Siempelkamp)

Die im Oktober 2015 neu in Betrieb gegangene Großfertigung im chinesischen Qingdao wird künftig intensiver für die Herstellung von Großteilen für den Pressenbau genutzt werden, wie es heißt. „Wir werden da produzieren, wo unsere Kunden sind“, sagt Dr. Hans Fechner, Sprecher der Geschäftsführung der G. Siempelkamp GmbH & Co. KG. „Ferner werden wir die Fertigung im tschechischen Blatnice ausbauen, um auch zukünftig zu wettbewerbsfähigen Preisen produzieren zu können.“

Siempelkamp baut in Deutschland 350 Arbeitsplätze ab

In der Folge wird Siempelkamp in Deutschland 2016 und 2017 insgesamt 350 Stellen streichen. „Komplexe Technologien und Betriebsgeheimnisse verbleiben hier in Krefeld beziehungsweise an den anderen Standorten in Deutschland“, erläutert der Siempelkamp-Geschäftsführer weiter. Zudem entstehe in Bad Kreuznach ein Logistik- und Servicezentrum für die weltweite Ersatzteilversorgung.

Im Geschäftsbereich Gießerei sollen strukturelle Anpassungen an die derzeitige konjunkturelle Lage erfolgen. Die Gießerei leide unter der Embargo-Politik gegenüber Russland und dem russischen Gegenembargo. Von der ungünstigen Entwicklung des Gießereigeschäftes ist die Siempelkamp Maschinenfabrik unmittelbar betroffen, wie es heißt. Auch hier werde die Zahl der Arbeitskräfte reduziert.

Im Geschäftsbereich Engineering und Services werden weitere Anpassungen notwendig. Der Atomausstieg der Bundesregierung und die damit verbundenen veränderten Aufgaben haben dazu geführt, dass weniger Mitarbeiter am Standort Deutschland benötigt werden. Die Großbehälterfertigung in Mülheim/Ruhr hat sich stabilisiert, jedoch auf niedrigerem Niveau.

Erfolge beim Rückbau von Atomkraftwerken in den USA

In den USA läuft das Geschäft um den Rückbau von Kernkraftwerken deutlich besser: Erst kürzlich absolvierte Siempelkamp mit der Zerlegung der Reaktordruckbehälter des Kernkraftwerkes Zion am Lake Michigan den größten Rückbau in der US-Atomgeschichte. Die Siempelkamp NIS-Ingenieursgesellschaft in Alzenau erwartet nach diesem Erfolg weitere Rückbaufolgeaufträge aus den USA, sagt Fechner.

„Hiermit setzen wir die Strategie um, die wir bereits lange angekündigt haben – die Internationalisierung des Technologiekonzerns Siempelkamp. Die Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft haben die Notwendigkeit dieses Schrittes bestätigt. Das `Herz und Hirn‘ Siempelkamps bleibt hier in Krefeld“, erläutert Fechner abschließend.

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 Stéphane Itasse

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MM MaschinenMarkt