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Datennetze Smart-Factory-Hochschule betreibt eigenes 5G-Funknetz

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Eines der ersten 5G-Netze Deutschlands arbeitet in Lemgo.

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Die hohe Übertragungs- und Reaktionszeiten unter einer tausendstel Sekunde sind für (v.l.) Dr. Lukasz Wisniewski, inIT, Sebastian Schriegel, Fraunhofer IOSB-INA, und Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter Fraunhofer IOSB-INA, die entscheidenden Vorteile des 5G-Standards.
Die hohe Übertragungs- und Reaktionszeiten unter einer tausendstel Sekunde sind für (v.l.) Dr. Lukasz Wisniewski, inIT, Sebastian Schriegel, Fraunhofer IOSB-INA, und Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter Fraunhofer IOSB-INA, die entscheidenden Vorteile des 5G-Standards.
(Bild: Fraunhofer IOSB-INA)

Um neue industrielle Anwendungen und Geschäftsmodelle für die Automation und die Produktion zu entwickeln, hat Fraunhofer in Lemgo gemeinsam mit dem Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) ein privates 5G-Netz in betrieb genommen.

Der Funknetzstandard 5G ist nicht nur für einen besseren Mobilfunk notwendig. Gerade für die drahtlose, flexible und schnelle Kommunikation zwischen Maschinen und Anwendern eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten. Prof. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer IOSB-INA, erläutert: „Vor zwei Wochen haben wir die Frequenzzuteilung und die Betriebserlaubnis durch die Bundesnetzagentur für ein privates Netz bekommen. Jetzt haben wir die entsprechende Hardware für die 5G-Basisstation und das Kernnetzwerk im Haus, sodass wir ab sofort gemeinsam mit Partnern in Forschungs- und Industrieprojekten unterschiedliche Anwendungsfälle erproben können.“ Dabei seien die hohen Übertragungs- und Reaktionszeiten unter einer tausendstel Sekunde die entscheidenden Vorteile des 5G-Standards.

Im Gegensatz zum WLAN bestehe der wesentliche Vorteil darin, dass die sogenannte Dienstgüte (Geschwindigkeit und Übertragungszeit) mithilfe des „Network Slicing“ garantiert werden könne. Damit habe der Betreiber eines „privaten“ 5G-Netzes die vollständige Kontrolle über die verfügbaren Ressourcen und und verfüge über ein hohes Maß an Flexibilität. Zusammen mit einem bereits in der Smart-Factory-Hochschule vorhandenen Rechencluster (Edge Computing) bestehe ein Testfeld für viele Echtzeitanwendungen.

Ein Anwendungsgebiet für 5G in der Industrie sind die Steuerung mobiler Roboter oder die Fernbedienung von automatisierten Maschinen und Anlagen. Ein anderes Beispiel sind führerlose Transportsysteme in der Intralogisitik, deren Steuerung gebündelt, von einem Rechencluster in der Fabrik aus erfolgen kann. „Alle datenintensiven Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Bandbreite – zum Beispiel Virtual-Reality- oder Big-Data-Anwendungen in Produktanlaufphasen oder Servicefällen – finden mit 5G eine geeignete Technologie“, fasst Jasperneite zusammen.

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