Spannfutter

Spannbacken vermeiden Deformationen beim Drehen dünnwandiger Hohlteile

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Bild 1: Regelloser Formfehler durch freigesetzte Materialspannungen. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Bilder 1 und 2 zeigen in einer vereinfachten Darstellung verschiedene Ursachen für Rundheitsfehler nach einer Drehbearbeitung. Ein regelloser Formfehler (Bild 1) kann durch das Freisetzen von Spannungen in Gussteilen entstehen.

Deformationen nicht eindeutig durch Spannbacken verursacht

Dabei kann auch die besondere Werkstückform mit lokalen Materialanhäufungen eine Rolle spielen. Eine klare Zuordnung der Rundheitsfehler zu den Spannstellen ist nicht zu erkennen. Abhilfe verspricht das allseitige Vordrehen, Ausspannen und Fertigdrehen der kritischen Flächen oder das Spannungsfreiglühen der Rohteile vor der Bearbeitung.

Bild 2: Regelmäßige Verformung durch Backenkräfte. (Archiv: Vogel Business Media)

In dem Beispiel nach Bild 2 wurde das Werkstück eindeutig durch die Backenkräfte des Spannfutters verformt. Seine Bohrung wurde im Bereich der Backen etwas nach innen gedrückt. Deshalb wurde dort zu viel Material abgetragen, das nach dem Ausspannen und Zurückfedern des Teiles fehlt.

Als einfachste Gegenmaßnahme kommt die Reduzierung des Spanndruckes in Frage. Dabei muss man unbedingt darauf achten, dass das Futter unter diesen neuen Bedingungen noch genügend Spannkraft hat, denn gerade die Schlichtoperationen werden üblicherweise mit hoher Schnittgeschwindigkeit und Drehzahl ausgeführt.

Dabei kann die Spannkraft von Futtern ohne Fliehkraftausgleich gefährlich abnehmen. Die Angaben des Futterherstellers zur Ermittlung der Spannkraft bei Arbeitsdrehzahl (Betriebsanleitung) müssen deshalb gewissenhaft eingehalten werden.

Rundschriebe liefern Hinweise auf Fehlerursachen

Nicht immer lassen sich diese beiden Fehlerquellen klar voneinander unterscheiden. Oft zeigen die Rundschriebe eine Mischform der beiden Idealfälle. Aber sie liefern in jedem Fall Hinweise auf die Fehlerursachen und auf aussichtsreiche Abhilfemaßnahmen.

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