Honen Mit piezounterstütztem Strukturfinishen zu optimierten Lagersitzen

Autor / Redakteur: Gerhard Rudloff / Peter Königsreuther

Hochwertige Lagerungen müssen durch ihre tribologischen Eigenschaften zu immer höherer Lebensdauer und Leistungsfähigkeit beitragen. Dieser Trend führt zu steigenden Anforderungen im Hinblick auf die Endbearbeitung und sorgt für neue Entwicklungen, um die üblichen Superfinish-Prozesse anzupassen.

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Bild 1: Beim Finishen der Pleuellagerzapfen der Kurbelwelle umschließt die Einheit mit ihrem Werkzeug das Lager ähnlich wie später das Pleuel im Motor und wird bei der Bearbeitung durch die Rotation des Werkstücks angetrieben.
Bild 1: Beim Finishen der Pleuellagerzapfen der Kurbelwelle umschließt die Einheit mit ihrem Werkzeug das Lager ähnlich wie später das Pleuel im Motor und wird bei der Bearbeitung durch die Rotation des Werkstücks angetrieben.
(Bild: Supfina)

Wenn es um die Herstellung hochwertiger Gleit- oder Wälzlagerungen geht, führt schon seit Jahrzehnten kein Weg mehr am Superfinishing, dem Kurzhubhonen mit Stein oder Band, als letztem spanabhebenden Prozess vorbei. Doch die Anforderungen an die Lager, insbesondere hinsichtlich ihrer Reibleistung und Lebensdauer auch unter extremer Beanspruchung, sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen und werden in absehbarer Zukunft noch weiter steigen. Dieser Trend wiederum erhöht unter anderem die Ansprüche an den Superfinish-Prozess, der die tribologischen Eigenschaften der Oberfläche definiert.

Piezounterstütztes Strukturfinishen senkt Drainagewirkung

Supfina hat sich dieser Herausforderung gestellt und in Zusammenarbeit mit namhaften Automobilherstellern Lösungen entwickelt, die den Anwendern neue Möglichkeiten bei der Auslegung ihrer Komponenten eröffnen. Supfina stellt auf Basis der überarbeiteten Cenflex1 neue Systeme zur Verbesserung der tribologischen Eigenschaften und zur Erhöhung der Prozesssicherheit vor.

Mit dem piezounterstützten Strukturfinishen greift Supfina aktuelle Tendenzen in der Motorenentwicklung auf, die Lageroberflächen hinsichtlich einer verbesserten Tribologie mit kleinen Vertiefungen zu versehen, die als zusätzliches Rückhaltevolumen dienen und den Schmierspalt gezielt mit Öl versorgen können.

Ein ähnliches Prinzip kommt bereits mit dem Laserhonen an Zylinderlaufbuchsen zum Einsatz. Hierbei werden mittels Laser in den oberen Bereich der Laufbuchse sogenannte Taschen eingeschmolzen, in denen sich das Motoröl im Betrieb festsetzen kann. Aufgrund des Schmelzprozesses beim Lasern müssen die Zylinderlaufbuchsen im Nachgang konventionell gehont werden; das bedeutet aber einen zusätzlichen Schritt in der Fertigungskette. Supfina kombiniert mit dem neu entwickelten Strukturfinishen das Einbringen der Vertiefungen mit einem klassischen Finishprozess, wodurch keine zusätzliche Arbeitsfolge in der Fertigung anfällt.

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