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Standardschnittstelle Umati als Türöffner für Industrie 4.0 bei Werkzeugmaschinen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Umati präsentiert sich mit großer internationaler Beteiligung auf der EMO Hannover.

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Auf einem zentralen Stand des VDW in Halle 9 können sich die Messebesucher über die Vorteile des Schnittstellenstandards Umati informieren.
Auf einem zentralen Stand des VDW in Halle 9 können sich die Messebesucher über die Vorteile des Schnittstellenstandards Umati informieren.
(Bild: Reinhold Schäfer)

Über die Standardschnittstelle Umati haben 70 Unternehmen aus zehn Ländern 110 Maschinen und 28 Mehrwertdienste auf der EMO Hannover 2019 miteinander vernetzt. Auf einer Pressekonferenz auf der Messe sagte der Vorsitzende des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) Dr. Heinz-Jürgen Prokop: „Die Schnittstelle Umati schlägt ein neues Kapitel in der Produktion auf. Denn sie ermöglicht eine wichtige Voraussetzung von Industrie 4.0: den einfachen, schnellen und sicheren Datenaustausch.“ Die Verbindung und die einheitliche Sprache von Maschinen, Anlagen und Software seien wichtige Voraussetzungen, um in der Fertigung Nutzen aus der Digitalisierung zu ziehen. Damit müsse sich nicht mehr jedes einzelne Unternehmen um eine funktionierende Vernetzung kümmern, was ein ungeheurer Fortschritt sei.

Standard ist international anerkannt

Doch es müsse noch viel Arbeit in den Standard investiert werden. Auch international ist der Standard anerkannt. Drei Konsortien aus wichtigen Werkzeugmaschinen-Herstellerländern haben sich der Schnittstelle angeschlossen: Prodnet in der Schweiz, Edgecross in Japan und NC-Link in China. Zudem unterstützen die Werkzeugmaschinenverbände aus China, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Spanien und Taiwan sowie der europäische Werkzeugmaschinenverband Cecimo das Projekt. Außerdem bringe die Wahl des OPC-UA-Standards für die Entwicklung der Schnittstelle die internationale Verbreitung voran.

Mit der Wahl des OPC-UA-Standards stelle man sicher, dass die Schnittstelle weltweit kostenlos genutzt werden kann. 90 Unternehmen beteiligen sich an der Weiterentwicklung in der sogenannten Joint Working Group. Der Showcase auf der EMO Hannover 2019 zeige bereits jetzt, dass die Schnittstelle funktioniere. Die Maschinen haben alle einen OPC-UA-Server, der die Daten an das eigens für die Messe eingerichtete Datenhub sendet. Dort können die Software-Mehrwertdienste über OPC-UA-Clients auf die Daten zugreifen und zeigen, welchen Mehrwert man aus so zugänglichen Daten erzeugen kann. Auf einem Informationsstand in Halle 9 zeigt der VDW auf einem Dashboard live, wie die Daten zusammenfließen.

Veröffentlichung für Mitte nächsten Jahres geplant

„Das, was Sie hier auf der EMO Hannover sehen, ist noch keine Implementierung des endgültigen Standards. Entsprechend stehen auch noch keine Umati-Produkte in den Katalogen der verschiedenen Hersteller. Erst nach Veröffentlichung einer international abgestimmten Umati-1.0-Version fällt der Startschuss, um fertige Produkte auf den Markt zu bringen. Wir gehen davon aus, dass die Version 1.0 unserer Companion Specification Mitte kommenden Jahres veröffentlicht wird“, ist Prokop zuversichtlich.

Um eine ähnliche Verbreitung zu erzielen, wie sie der USB-Stecker im Konsumbereich hat, arbeitet der VDW daran, neben der Companion Specification eine verbindliche Vorgabe für die Konfiguration der Kommunikationsparameter festzuschreiben, Mindestforderungen für die Implementierung festzulegen und standardisierte Testverfahren der Leistungsfähigkeit zu entwickeln.

Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) auf der EMO Hannover 2019: Halle 9, Stand E24

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