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Härten Wärmebehandlung im Salzbad sichert Werkzeugqualität

| Autor/ Redakteur: Martin Zeller / Josef-Martin Kraus

Die Salzbad-Härtung sorgt bei Gewindewerkzeugen nicht nur für eine hohe, reproduzierbare Qualität, sondern auch für mehr Anwendungsflexibilität, was Werkzeugstähle, -maße und Losgröße betrifft. Insbesondere im Vergleich zum Härten in Vakuumöfen hat das Vorteile.

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Bild 1: Hohe Anwendungsflexibilität und große Prozesserfahrung sichern der Salzbad-Härtung Anwendungen bei Gewindewerkzeugen.
Bild 1: Hohe Anwendungsflexibilität und große Prozesserfahrung sichern der Salzbad-Härtung Anwendungen bei Gewindewerkzeugen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Herstellung von Gewindewerkzeugen für höchste Ansprüche ist das Spezialarbeitsgebiet von Bass, Niederstetten. Daher hat der Gewindewerkzeug-Spezialist den wachstumsbedingten Umzug ins neue Firmengebäude genutzt, um die gesamten Produktionsprozesse effizient auf die Kundenanforderungen auszurichten. Das Ergebnis gibt der auf hohe Qualität hin ausgerichteten Herstellungsstrategie des Spezialisten recht: Hohe Flexibilität und spezielles Know-how in der Herstellung erweisen sich als Erfolgsfaktoren.

Bei Gewindewerkzeugen findet eine qualitätsgetriebene Produktentwicklung statt. Das bedeutet, dass intensiv über neue Möglichkeiten der Werkstoffhärtung nachgedacht werden muss. Das Härteergebnis spricht jedoch klar für die traditionelle Wärmebehandlung von Schnellarbeitsstählen in Salzbad-Anlagen. Denn die große Leistungsfähigkeit der gehärteten Werkzeuge, die hohen Standzeiten und die konstante Spitzenqualität sind auf die Wärmebehandlung der verwendeten Stähle im Salzbad zurückzuführen. Bass setzt dabei auf die Anlagentechnik des Herrstellers Durferrit (Bild 1).

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Salzbad bringt hohe und gleichmäßige Härte

Die Vorteile der Salzbad-Härtung liegen auf der Hand: Es entsteht im Stahl eine hohe, gleichmäßige Härte, die zum Erzeugen bestimmter Werkzeugeigenschaften benötigt wird. Außerdem bietet die Salzbad-Technik eine viel höhere Anwendungsflexibilität als das Härten im Vakuumofen. Eine schnellere Reaktion auf Kundenwünsche ist möglich.

Unterschiedliche Stähle, variable Losgrößen sowie verschiedene Werkzeuggrößen und -durchmesser sind vom zeitlichen Ablauf her unproblematisch. Das Salzbad lässt sich auf die Kundenanforderungen hin auslegen. Außerdem kann auf die Salzbad-Härtung wegen des steigenden Anteils pulvermetallurgischer Stähle bei Gewinde-Werkzeugen nicht mehr verzichtet werden. Die so genannten PM-Stähle sind noch präziser als Schnellarbeitsstähle zu härten. Aufgrund dieser Tatsachen ergibt sich ein klarer Wettbewerbsvorteil im Vergleich zu Härtereien, die mit Vakuumöfen arbeiten.

Prozesse bereits erprobt

Das Härten von Schnellarbeitsstählen in Salzschmelzen ist ein erprobter Prozess, der bei Verwendung speziell entwickelter Bäder und genauer Einhaltung der Prozessparameter unproblematisch ist (Tabelle). In diesen Salzbädern kommt es zu keiner Abkohlung (Reduzierung des Kohlenstoffgehalts). Der Härteprozess läuft mit größter Gleichmäßigkeit und Zuverlässigkeit ab (Bild 2).

In der ersten Stufe ist ein Vorwärmen bis 400° C an Luft vorgesehen. Nach und nach werden dann die zu härtenden Stähle in heißere Salzbäder überführt, ehe zwischen 1100 und 1200 °C das eigentliche Austenitisieren oder Härten stattfindet. Im Anschluss daran folgt eine geregelte Abkühlung. Vor dem nächsten mechanischen Bearbeitungsschritt werden die Werkstücke noch mehrmals angelassen.

Salzqualität bleibt konstant

Durferrit stellt die geeigneten Spezial-Salze zur Verfügung, ebenso wie die Medien für die Reinigung der Werkzeuge. Bei der Lieferung ist es wichtig, dass die Salzqualität über Jahre hinweg konstant hoch gehalten wird. Darin liegt eine wesentliche Voraussetzung, um eine hohe Prozessreproduzierbarkeit zu erreichen, die sich zu einem Großteil auf die jahrelange Erfahrung der Härterei-Mitarbeiter stützt. Diese große Mitarbeitererfahrung hat sich auch beim Umzug in den Neubau als großer Vorteil erwiesen. So sind alle Prozesse danach reproduzierbar geblieben. Gemeinsam mit Durferrit hat Bass die Salzbadofen-Linie im neuen Firmengebäude geplant und umgesetzt.

Gerade das Know-how der Mitarbeiter spielt beim Härten eine entscheidende Rolle. Folglich ist bei Bass der Aufbau von Fertigungskapazitäten im Ausland kein Thema. Auch eine Produktionsverlagerung kommt nicht in Betracht. Die Fertigung von Gewinde-Werkzeugen ist technisch zu komplex, insbesondere die Prozesse beim Härten, deren Qualität im Ausland nicht hundertprozentig garantiert werden kann. Vor allem die Automobilhersteller und deren Zulieferer wären nicht bereit, Qualitäts-einbußen bei Werkzeugen hinzunehmen. Außerdem sind die Entwicklungen auf dem europäischen Markt qualitätsgetrieben. MM

Martin Zeller ist Technischer Geschäftsführer bei der Bass GmbH & Co. KG in 97996 Niederstetten, Tel. (0 79 32) 8 92-0, Fax (0 79 32) 8 92-87, info@bass-tools.de

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