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Digital Thread

„Werkzeuge“ für die Smart Factory

| Autor: M. A. Benedikt Hofmann

Software Mit Softwarelösungen die von Augmented Reality über CAD und PLM bis hin zum Industrial Internet of Things (IIoT) reichen, möchte PTC Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation unterstützen. Eine besondere Rolle dabei spielt der Digital Thread.

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Die imposante Bühne bot die Kulisse für Keynotes und Vorträge von Vordenkern der digitalen Industrie.
Die imposante Bühne bot die Kulisse für Keynotes und Vorträge von Vordenkern der digitalen Industrie.
(Bild: Hofmann/VCG)
  • Laut PTC wird der Digital Thread, also die Durchgängigkeit von Daten über alle Systeme, zukünftig noch bedeutender.
  • Dank CAD und PLM sollen nicht nur Augmented-Reality-Lösungen leichter umsetzbar sein, sondern auch der digitale Zwilling ermöglicht werden.
  • Lunfthansa Technik setzt bei seiner digitalen Transformation auf die PLM-Lösung Windchill und die IIoT-Plattform Thingworx.

Daten werden dann zum Rohstoff einer neuen Industrie, wenn sie ganzheitlich über den gesamten Fertigungsprozess und den vollständigen Lebenszyklus eines Produktes zur Verfügung stehen und genutzt werden können. Dafür gibt es mit dem Digital Thread ein Konzept, das zwar nicht neu ist, durch moderne Technologien aber rapide an Bedeutung gewinnt, wie Jim Heppelman, Präsident und CEO von PTC im Rahmen der Unternehmenseignen Veranstaltung „Live Worx“ in Boston herausstellte. Denn erst wenn sich die digitalen Daten durch den gesamten Wertschöpfungsprozess ziehen, werden Anwendungen wie der digitale Zwilling wirklich möglich.

Gleichzeitig werden Heppelman zufolge Themen wie Product Lifecycle Management (PLM) und Computeraided Design (CAD) immer wichtiger: „Niemand wird in der Lage sein ein Industrieunternehmen zu transformieren, ohne diese Technologien zu nutzen“, so der CEO. „PLM ist heute beispielsweise wichtiger als je zuvor, da die Daten unter anderem von KI-Anwendungen benötigt werden, um dem Nutzer wirklich zu helfen.“

Wie AR zum Werkzeug für die Industrie wird

Das gilt auch beim Thema Augmented Reality (AR), bei dem PTC zu den führenden Anbietern gehört und das Heppelman zufolge das Potenzial hat, die Art und Weise wie Mitarbeiter ausgebildet und angeleitet werden, zu revolutionieren. Mit dem Digital Thread stehen die Daten aus dem CAD-System beispielsweise jederzeit zur Verfügung, wodurch AR-Anwendungen umso leichter umgesetzt werden können. Wie das aussehen kann, zeigte Heppelman anhand einer Kooperation mit Volvo, bei der Werker Schritt für Schritt durch die Motor-Montage geführt werden.

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    Das große Potenzial, das PTC in Augmented Reality sieht untermauert auch die Tatsache, dass das Unternehmen im Juni 2018 mit Twnkls einen weiteren Technologieanbieter aus diesem Bereich akquiriert hat.

    So wird die digitale Fabrik Realität

    Mit der Lufthansa Technik Gruppe konnte PTC kürzlich einen Kunden gewinnen, der bei seiner digitalen Transformation auf gleich zwei Systeme aus dem Haus PTC setzt. Neben der PLM-Lösung Windchill kommt bei der Techniktochter der Lufthansa auch die Industrial IoT-Plattform Thingworx zum Einsatz. „Bei unserer Entscheidung war die Kompatibilität zu anderen Systemen ein wichtiger Grund“, erklärt Severin Sönke Todt, Head of Internet of Things bei Lufthansa Technik. „Unser Ziel ist es, eine Plattform für eine vernetzte internationale Zusammenarbeit in unserem Unternehmen zu bekommen.“ Damit unterstreicht die Lufthansa ebenfalls die Bedeutung des Digital Thread.

    Jim Heppelman, CEO von PTC, demonstriert, wie AR-Lösungen in der Produktion helfen können.
    Jim Heppelman, CEO von PTC, demonstriert, wie AR-Lösungen in der Produktion helfen können.
    (Bild: Hofmann/VCG)

    Windchill soll in Zukunft die Datenbasis liefern und es den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Fertigung erlauben, simultan zu arbeiten und die Zusammenarbeit sowohl intern als auch zwischen den zahlreichen Lieferanten intensivieren zu können. Mit Thingworx will die Gruppe ihre Betriebsstätten zukünftig besser überwachen und die Automatisierung vorantreiben. Außerdem soll mit Hilfe der Plattform ein deutlicher Anstieg des Digitalisierungsgrades innerhalb der Konzernprozesse erreicht werden. „Das Projekt ist im Januar 2019 gestartet und bis zur Jahresmitte konnten wir rund 12 Maschinen damit vernetzen“, so Todt. „Unser Ziel ist es, das in den nächsten 3 Jahren mit 500 Maschinen zu schaffen.“

    Wie problemlos das funktioniert, liegt dem Lufthansa-Mann zufolge aber auch an den Maschinenbauern, mit denen sich die Zusammenarbeit sehr unterschiedlich gestaltet.

    Mixed-Reality-Brillen könnten in der Fertigung zukünftig ein gewohnter Anblick werden.
    Mixed-Reality-Brillen könnten in der Fertigung zukünftig ein gewohnter Anblick werden.
    (Bild: Hofmann/VCG)

    Strategische Partnerschaft bereits jetzt ein Erfolg

    Auch für die vor etwa einem Jahr mit Rockwell Automation geschlossene strategische Partnerschaft zog Heppelmann im Rahmen seiner Live Worx-Keynote ein erstes Resümee. Unterstützt wurde er dabei von Blake More, CEO von Rockwell Automation. Die zahlreichen Abschlüsse und – More zufolge – Tausenden Kundengespräche der vergangenen Monate haben die beiden Unternehmen davon überzeugt, die Zusammenarbeit in Zukunft noch auszuweiten.

    Service und Instandhaltung sind ideale Anwendungsgebiete für Augmented Reality.
    Service und Instandhaltung sind ideale Anwendungsgebiete für Augmented Reality.
    (Bild: Hofmann/VCG)

    Ein wichtiger Teil der Partnerschaft ist die Factory Talk Innovation Suite, die Unternehmen dabei hilft, große Datenmengen aus mehreren Datenquellen schnell zu erfassen, zu organisieren und aus den Daten gewonnene Erkenntnisse hinzuzufügen. Es verbessert die Konnektivität zu Geräten der Betriebstechnik (OT) in der Produktion und unterstützt so die schnelle Verbindung von älteren und neuen Industrieanlagen.

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    Über den Autor

    M. A. Benedikt Hofmann

    M. A. Benedikt Hofmann

    Chefredakteur, MM MaschinenMarkt